01 January 2026, 12:24

Frankfurts „Ginnheimer Spargel“ droht die Schließung – während andere Türme wieder öffnen

Ein Wohnzimmer mit einer Sitzgruppe, einem Foto auf dem Wand, einem Fenster mit Vorhängen, einer Deckenlampe, Stühlen und einem Tisch mit einem Buch links und einer Kommode, einem weiteren Foto, einer Tür und einem weiteren Fenster mit Vorhängen rechts.

Frankfurts „Ginnheimer Spargel“ droht die Schließung – während andere Türme wieder öffnen

Mehrere ikonische Fernmeldetürme in Deutschland könnten bald wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein – dank eines neuen Finanzierungsmodells. Die Bundesregierung hat zugesagt, die Hälfte der Sanierungskosten zu übernehmen, und weckt damit Hoffnungen für Bauwerke wie die Türme in Hamburg und Dresden. Doch Frankfurts berühmter „Ginnheimer Spargel“ könnte wegen ungelöster finanzieller Streitigkeiten geschlossen bleiben.

Viele der deutschen Fernmeldetürme waren einst lebhafte Anziehungspunkte mit Aussichtsplattformen, Drehrestaurants und sogar Nachtclubs. Der 338 Meter hohe „Ginnheimer Spargel“ im Frankfurter Stadtteil Ginnheim beherbergte einst ein Restaurant und den Nachtclub „Sky Tower“, bevor er 1999 geschlossen wurde. Ähnliche Türme in Köln und Nürnberg, wie der „Colonius“ und das „Nürnberger Ei“, warten nun auf Investoren, die ihre Wiedereröffnung finanzieren.

Die Unterhaltskosten für diese Türme sind aufgrund strengerer Sicherheitsvorschriften und des Bedarfs an umfangreichen Reparaturen stark gestiegen. Eine Machbarkeitsstudie schätzt, dass allein die Sanierung des „Ginnheimer Spargels“ 50 Millionen Euro erfordern würde. Die Bundesregierung bot an, die Hälfte der Kosten zu übernehmen – vorausgesetzt, das Land Hessen und die Stadt Frankfurt stellen die gleiche Summe bereit. Da jedoch keine Einigung zustande kam, läuft die Bundeszusage Ende 2025 aus, und die Zukunft des Turms bleibt ungewiss.

Die meisten dieser Türme werden von der DFMG (Deutsche Funkturm Management Gesellschaft), einer Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom, verwaltet, auch wenn sie unter dem Namen GD Towers mit externen Investoren operiert. Doch ihre ursprünglichen Einnahmequellen – die Ausstrahlung von Funksignalen – sind versiegt, da Übertragungen heute über Glasfaserkabel und Satelliten laufen. Ohne zahlende Mieter fällt es den Türmen schwer, Einnahmen zu generieren.

Nur noch wenige Türme sind für die Öffentlichkeit zugänglich, darunter die in Berlin (Alexanderplatz), Düsseldorf (Rheinturm), Dortmund (Florianturm) und Stuttgart (Frauenkopf). Auch der Münchner Turm im Olympiapark soll nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wieder öffnen. Unterdessen sind Hamburg und Dresden auf dem besten Weg, ihre Türme nach dem gleichen Finanzierungsmodell wie in Frankfurt vorgeschlagen wieder zu eröffnen.

Die Zukunft der deutschen Fernmeldetürme hängt davon ab, ob die notwendigen Mittel und Vereinbarungen zwischen kommunalen und bundesweiten Behörden gesichert werden können. Während einige, wie die Türme in Hamburg und Dresden, kurz vor der Wiedereröffnung stehen, droht anderen – etwa Frankfurts „Ginnheimer Spargel“ – die Schließung, sofern keine finanzielle Lösung gefunden wird. Das Ergebnis wird entscheiden, ob diese Wahrzeichen erneut Besucher willkommen heißen oder als stumme Relikte einer vergangenen Zeit verbleiben.

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