Schweriner Landtag wird disziplinierter: Rückgang der Ordnungsrufe als Zeichen des Wandels
Luisa HartmannMehr Störungen im Landtag - Schweriner Landtag wird disziplinierter: Rückgang der Ordnungsrufe als Zeichen des Wandels
Disziplin im Schweriner Landtag: Rückgang von Nachrichten aktuell zeigt positiven Wandel
In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Disziplin im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern spürbar verbessert. Während früher hunderte formelle Rügen an der Tagesordnung waren, ist die Zahl der Störungen in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Die aktuellen Nachrichten zeigen einen bemerkenswerten Wandel im Verhalten der Abgeordneten während der Debatten.
Noch vor einigen Jahren galt der Landtag als Schauplatz chaotischer Sitzungen. Zwischen 2006 und 2011 wurden insgesamt 557 Ordnungsrufe verhängt – die Mehrheit davon ging auf das Konto der rechtsextremen NPD. In der folgenden Legislaturperiode (2011–2016) besserte sich die Situation leicht: Die Zahl der Rügen sank auf 307, wobei erneut vor allem die NPD betroffen war.
Im Zeitraum von 2016 bis 2021 übernahm die AfD die traurige Führung bei Fehlverhalten: Von 60 Ordnungsrufen entfielen 35 auf die rechtspopulistische Partei. Seit der Wahl 2021 setzt sich dieser Trend fort – die AfD erhielt bisher acht Rügen, mehr als jede andere Fraktion. Insgesamt hält die AfD mit über 80 Ordnungsrufen seit Beginn der Aufzeichnungen den Negativrekord, gefolgt von der SPD mit etwa 45.
Doch die jüngsten Nachrichten zeigen einen klaren Rückgang der Vorfälle. 2022 und 2023 gab es jeweils nur drei Rügen. In der aktuellen Legislaturperiode wurden bisher 20 Ordnungsrufe ausgesprochen – ohne dass ein Abgeordneter des Saals verwiesen werden musste. Selbst ein kurzzeitiger Anstieg 2022, als die Zahl der Rügen von vier auf zehn kletterte, erwies sich als vorübergehend.
Landtagspräsidentin Birgit Hesse begrüßt die positive Entwicklung. Sie betont die Bedeutung fairer und respektvoller Debatten und ermutigt die Abgeordneten, auch gegensätzliche Positionen anzuhören. Ihre Hoffnung ist, dass dieser konstruktivere Umgangston in zukünftigen Sitzungen beibehalten wird.
Der Rückgang der Ordnungsrufe deutet auf eine nachhaltige Verbesserung des parlamentarischen Klimas hin. Mit weniger Störungen und ohne Saalverweise in der aktuellen Wahlperiode wirkt das Parlament ruhiger und respektvoller. Hesses Appell zu mehr gegenseitigem Respekt passt damit zu dem beobachteten Trend sinkender Disziplinarmaßnahmen.






