Allianz glänzt an der Börse – doch Risiken in Investmentpartnerschaften drohen
Clara HartmannAllianz glänzt an der Börse – doch Risiken in Investmentpartnerschaften drohen
Allianz verzeichnet starke Marktperformance – doch wachsen die Bedenken bei den Investmentpartnerschaften
Der Versicherungskonzern Allianz steht vor einer gemischten Bilanz: Einerseits glänzt das Unternehmen mit einer robusten Börsenperformance, andererseits mehren sich die Warnungen vor Risiken in seinen Investmentkooperationen. Obwohl die Aktie nahe an Rekordhochs notiert, hat die Ratingagentur Fitch auf mögliche Gefahren in den Partnerschaften mit Firmen wie Oaktree und Allianz Global Investors (AllianzGI) hingewiesen. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem Analysten bis 2026 mit deutlichem Umsatz- und Gewinnwachstum rechnen.
In den vergangenen Monaten demonstrierte Allianz finanzielle Stärke: Die Aktie entwickelte sich besser als der deutsche Leitindex DAX und schloss bei 390,50 Euro – nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch. Zudem stockte das Unternehmen im dritten Quartal seine Beteiligung an AlTi Global auf rund 74,2 Millionen US-Dollar auf. Gleichzeitig stieg jedoch die Leerverkaufsquote bei AlTi Global spürbar an, was auf Zweifel der Märkte an der Bewertung des Unternehmens hindeutet.
In ihrer jüngsten Bewertung verwies Fitch auf Liquiditäts-, Kredit- und Bewertungsrisiken in den Partnerschaften von Allianz. Besonders kritisch sieht die Agentur die Zusammenarbeit mit Oaktree, die langfristig die Preismacht traditioneller Rückversicherer schwächen könnte. Bereits zuvor waren die strukturierten Alpha-Fonds von AllianzGI in die Kritik geraten, die 2021 hohe Verluste verzeichneten und regulatorische Aufmerksamkeit auf sich zogen.
Für die kommenden Jahre prognostizieren Analysten, dass der Umsatz von Allianz bis 2026 auf 190,0 Milliarden Euro steigen wird, während der Gewinn pro Aktie die Marke von 30 Euro überschreiten dürfte. Entscheidend für die weitere Entwicklung der Aktie wird sein, ob die Kooperationen mit Oaktree Erträge abwerfen, die die von Fitch genannten Risiken rechtfertigen.
Allianz hat kürzlich seine Satzung aktualisiert, um rechtliche Klarheit für das nächste Geschäftsjahr zu schaffen. Trotz der soliden Börsenperformance muss das Unternehmen nun die Bedenken von Fitch zu seinen Asset-Management-Aktivitäten ausräumen. Das Gleichgewicht zwischen Gewinnchancen und Risiken wird in den nächsten Jahren maßgeblich das Vertrauen der Anleger prägen.






