Silke Torp übernimmt Rechnungshof: Sparsamkeit statt Parteipolitik in Schleswig-Holstein
Luisa HartmannTorp warnt: Schulden dürfen keine Dauerlösung sein - Silke Torp übernimmt Rechnungshof: Sparsamkeit statt Parteipolitik in Schleswig-Holstein
Silke Torp hat das Amt der Präsidentin des Landesrechnungshofs Schleswig-Holstein übernommen. Sie löst Gaby Schäfer ab, nachdem sie Mitte Oktober vom Landtag gewählt wurde. Torp erhielt dabei die Unterstützung von Abgeordneten der CDU, der Grünen, der FDP und des SSW – obwohl sie selbst keine öffentlich bekannte Parteibindung hat.
Torp blickt auf eine Karriere in juristischen und finanziellen Funktionen zurück. Sie arbeitete als Anwältin, beriet ein Krankenhaus in Rechtsfragen und bekleidete verschiedene Positionen in der Landesfinanzverwaltung. Zuletzt war sie als Staatssekretärin im Finanzressort unter der CDU-Grünen-FDP-Koalition tätig.
Mit ihrer Ernennung verbindet sich ein klares Programm: Torp will politische Fehlentscheidungen aufdecken und für stringentere Haushaltsdisziplin sorgen. Sie warnt vor einer Finanzierungslücke von einer Milliarde Euro im Jahr 2026, die sie durch neue Kreditaufnahmen schließen will. Zwar strebt sie für das kommende Jahr Einsparungen in Höhe von 200 Millionen Euro an, räumt aber ein, dass diese Maßnahmen nur eine vorübergehende Lösung darstellen. Zudem erkennt sie einen wachsenden Investitionsstau bei der Infrastruktur. Trotz ihrer jüngsten Regierungstätigkeit betont Torp, dass ihre Arbeit als Rechnungsprüferin neutral und unabhängig von Parteipolitik bleiben werde. Sie gibt jedoch zu, dass ihre engen Verbindungen zur Verwaltung Fragen nach ihrer Unabhängigkeit aufwerfen könnten.
Torp Amtsantritt markiert einen Wandel in der finanziellen Kontrollfunktion Schleswig-Holsteins. Ihr Fokus auf die Offenlegung von Politikversagen und die Durchsetzung von Sparsamkeit wird die Haushaltspolitik des Landes prägen. Die Herausforderung besteht nun darin, kurzfristige Einsparungen mit langfristiger Haushaltsstabilität in Einklang zu bringen.






