Velberts Karneval ohne Prinz – warum Jungen die Lust an der Tradition verlieren
Jonas HofmannVelberts Karneval ohne Prinz – warum Jungen die Lust an der Tradition verlieren
Velberts jährliches Karnevalsfest fand in diesem Jahr mit einer auffälligen Veränderung statt: Ohne Prinz wurde gefeiert. Dreizehn Kinderprinzessinnen- und -prinzenpaare sowie ein Jugendtriumvirat nahmen teil, doch Prinzessin Valeria die Erste stand als Gastgeberin allein auf der Bühne. Das Fehlen eines Prinzen unterstreicht eine wachsende Herausforderung für die örtliche Karnevalsgesellschaft.
Die "Große Velberter" Karnevalsgesellschaft hat in den letzten Jahren zunehmend Schwierigkeiten, Jungen zu finden, die bereit sind, die Rolle des Prinzen zu übernehmen. Wie Denis Fülling, der Vorsitzende der Gruppe, erklärt, haben viele Jungen in diesem Alter andere Interessen. Nicht alle sind begeistert davon, in Strumpfhosen und traditioneller Karnevalskostümierung vor Publikum aufzutreten.
Berichte lokaler Karnevalsvereine seit 2020 nennen mehrere Gründe für den Rückgang: sinkende Geburtenraten, ein Wandel in der Haltung zu traditionellen Rollenbildern und die Konkurrenz durch andere Freizeitaktivitäten spielen eine Rolle. Währenddessen füllten junge Mädchen die Bühne mit Energie – ihre Radschlag-Choreografien waren so präzise einstudiert, dass sie kaum auf die Fläche passten. Prinzessin Valeria, die seit ihrem dritten Lebensjahr bei Karnevalsveranstaltungen mitmacht, trat selbstbewusst in den Mittelpunkt. Mit einem Saxophon-Solo und einer Tanzeinlage sorgte sie dafür, dass die Stimmung trotz des fehlenden Prinzen lebendig blieb.
Der Karneval fand zwar ohne Prinzen statt, doch die Abwesenheit verdeutlicht einen größeren Trend. Die lokalen Organisatoren stehen nun vor der Aufgabe, sich an die veränderten Interessen der Jungen anzupassen. Vorerst geht die Show weiter – angeführt von begeisterten Prinzessinnen wie Valeria.






