Merz will Krankschreibungen reformieren – und stößt auf Widerstand
Clara Hartmann"Really necessary?" Merz kritisiert hohe Fehlzeiten - Merz will Krankschreibungen reformieren – und stößt auf Widerstand
Bundeskanzler Friedrich Merz hat Besorgnis über die steigenden Krankschreibungszahlen in Deutschland geäußert. Arbeitnehmer:innen nehmen im Schnitt 14,5 Tage pro Jahr – fast drei Wochen – krankheitsbedingt frei, was Forderungen nach Reformen laut werden lässt. Merz kritisierte das bestehende System und schlug Änderungen vor, um die Fehlzeiten zu verringern und gleichzeitig die wirtschaftliche Produktivität zu steigern.
In einer jüngeren Stellungnahme hinterfragte Merz, ob ein derart hoher Krankenstand gerechtfertigt sei. Er argumentierte, dass nahezu drei Wochen Ausfall pro Beschäftigtem und Jahr übermäßig seien und der Wirtschaft schadeten. Seine Kritik richtete sich insbesondere gegen die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU), die seit ihrer Einführung 2022 die Krankmeldungen dominiert.
Der Kanzler nahm zudem die telefonische Krankschreibung ins Visier, die 2021 eingeführt wurde. Obwohl diese nur 0,9 bis 1,2 Prozent aller Atteste ausmacht, forderte Merz ihre vollständige Abschaffung. Stattdessen schlug er Anreize vor, um Arbeitnehmer:innen zu motivieren, trotz leichterer Beschwerden im Job zu bleiben. Um die Reformen voranzutreiben, regte Merz Gespräche mit der SPD an. Er betonte die Notwendigkeit einer höheren Wirtschaftsleistung und bezeichnete die Thematik als zentrale Herausforderung für die deutsche Arbeitswelt und Unternehmen.
Die Debatte über eine Reform der Krankschreibungsregeln dürfte anhalten, wobei Merz für strengere Vorschriften und finanzielle Anreize wirbt. Sollten die Pläne umgesetzt werden, könnten sie die Art und Weise verändern, wie Beschäftigte Krankheiten melden und wie Betriebe mit Fehlzeiten umgehen. Im Mittelpunkt steht weiterhin der Ausgleich zwischen Arbeitnehmerwohl und wirtschaftlichen Erfordernissen.






