Wehrpflicht kehrt zurück: Wie Deutschland seine Bundeswehr bis 2035 stärken will
Jonas HofmannMilitärdienst: Evangelische Kirche berät Jugendliche - Wehrpflicht kehrt zurück: Wie Deutschland seine Bundeswehr bis 2035 stärken will
Deutschland führt im kommenden Monat eine Form der Wehrpflicht wieder ein – als Teil eines umfassenderen Plans zur Stärkung der Bundeswehr. Das neue Gesetz zielt darauf ab, die Zahl der aktiven Soldatinnen und Soldaten bis 2035 auf zwischen 255.000 und 270.000 zu erhöhen, unterstützt von einer Reserve von 200.000 Personen. Ab Mitte Januar erhalten junge Menschen im ganzen Land Fragebögen zu ihrem möglichen Dienst.
Die Pläne stoßen auch bei religiösen Führungspersönlichkeiten auf Resonanz. Die evangelische Kirche in Bayern verschickt Brief an 22.000 junge Gemeinschaftsmitglieder und bietet ihnen Orientierung bei der Abwägung ihrer Optionen.
Ab Mitte Januar wird die Bundeswehr Fragebögen an junge Männer und Frauen versenden. Während Männer verpflichtend antworten müssen, können sich Frauen freiwillig beteiligen. Die Formulare erfragen persönliche Angaben – darunter Geschlecht, Gesundheitszustand, körperliche Fitness, Bildungsstand, Führerscheine sowie die Bereitschaft zum Dienst an der Waffe.
Parallel zu den behördlichen Schreiben wendet sich die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) an ihre jungen Mitglieder. In seinem Brief nimmt Bischof Christian Kopp weder für noch gegen den Wehrdienst Partei. Stattdessen thematisiert er die damit verbundenen ethischen Konflikte sowie die Risiken, sich selbst oder anderen Schaden zuzufügen. Der Bischof ruft zu persönlicher Reflexion und zur Achtung des individuellen Gewissens auf. Die kirchlichen Schreiben gehen an rund 22.000 junge Protestantinnen und Protestanten in Bayern. Sie erscheinen zu einer Zeit, in der Deutschland seine Verteidigungstrategie an veränderte Sicherheitslagen anpasst. Das langfristige Ziel ist eine größere, schlagkräftigere Armee bis 2035, gestützt durch eine beträchtliche Reserve.
Die Fragebögen zur Wehrpflicht treffen im Januar ein und markieren den ersten Schritt in Deutschlands militärischer Aufrüstung. Während junge Männer antworten müssen, steht es Frauen frei, sich zu beteiligen. Die Briefe der Kirche hingegen bieten Unterstützung ohne Wertung – und überlassen die Entscheidung dem Gewissen jedes Einzelnen.






