01 January 2026, 06:38

Altersarmut in Deutschland bricht 2024 alle Rekorde – 3,7 Millionen Rentner betroffen

Menschen auf Stühlen sitzend mit einer Wand, einem Fenster und einem Vorhang im Hintergrund und Text in der oberen rechten Ecke.

3,7 Millionen Rentner in Deutschland von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen - Altersarmut in Deutschland bricht 2024 alle Rekorde – 3,7 Millionen Rentner betroffen

Altersarmut in Deutschland erreicht 2024 Rekordwerte

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Im Jahr 2024 hat die Altersarmut in Deutschland ein neues Rekordhoch erreicht: 3,7 Millionen Rentnerinnen und Rentner sind von finanzieller Not oder sozialer Ausgrenzung betroffen. Das entspricht einem deutlichen Anstieg um 328.000 Menschen – oder 9,6 Prozent – seit 2022, wie aktuelle Zahlen zeigen. Kritiker warnen, dass sich das Problem zu einer der drängendsten sozialen Herausforderungen des Landes entwickelt.

Den Daten zufolge leben mittlerweile 21,2 Prozent der Rentner in Armut oder sind von Ausgrenzung bedroht – 2022 waren es noch 19,8 Prozent. Besonders betroffen sind Frauen: 23,1 Prozent von ihnen sind armutsgefährdet, bei den Männern sind es 18,7 Prozent. Zwischen 2022 und 2024 kamen 184.000 Frauen und 144.000 Männer neu in diese Kategorie hinzu.

Als armutsgefährdet gilt, wer mit weniger als 60 Prozent des nationalen Median-Einkommens auskommen muss. Soziale Ausgrenzung umfasst schwere materielle Entbehrungen oder das Leben in Haushalten mit sehr geringer Erwerbstätigkeit. Besonders prekär ist die Situation bei jungen Erwachsenen: 30,3 Prozent der 18- bis 25-Jährigen sind armutsgefährdet – der höchste Wert aller Altersgruppen.

Fabio De Masi, Vertreter des Bundesverbandes der Rentner, bezeichnete die Altersarmut als "Deutschlands größten sozialen Zündstoff". Er kritisierte, dass Politiker in Spardebatten vor allem ältere Menschen im Blick hätten, während die deutschen Renten etwa zehn Prozentpunkte unter dem EU-Durchschnitt lägen.

Die steigenden Zahlen unterstreichen die wachsende finanzielle Unsicherheit unter Rentnern, insbesondere bei Frauen. Mit 3,7 Millionen Betroffenen erfordert das Problem dringend Aufmerksamkeit, während das deutsche Rentensystem zunehmend unter Druck gerät. Politiker und Verbände fordern gezielte Maßnahmen, um die wachsende Kluft zu schließen.