Deutsche Industrie atmet auf: Lieferengpässe gehen stark zurück – doch nicht überall
Jonas HofmannMaterialknappheit löst sich auf - insbesondere in der Automobilindustrie - Deutsche Industrie atmet auf: Lieferengpässe gehen stark zurück – doch nicht überall
Die deutsche Industrie verzeichnet eine deutliche Verbesserung bei der Verfügbarkeit von Bauteilen und Rohstoffen. Im Dezember meldeten nur noch 7,5 % der Unternehmen Lieferengpässe – ein spürbarer Rückgang gegenüber dem Vormonat. Besonders die Automobilbranche erlebte eine markante Wende bei der Versorgungssituation. Der Anteil der Autohäuser mit Lieferproblemen sank dramatisch: von 27,6 % im November auf lediglich 5,6 % im Dezember. Diese Entspannung folgt auf eine teilweise Beilegung der Spannungen mit Nexperia, einem zentralen Halbleiterlieferanten für die Branche.
In anderen Bereichen bleibt die Lage uneinheitlich. Zwar blickt die Elektroindustrie optimistisch auf das Jahr 2026 – 27,1 % der Unternehmen rechnen mit Wachstum, während nur 12,7 % einen Rückgang erwarten –, doch mehren sich hier erneut die Lieferengpässe. Die chemische und der Maschinenbau verzeichnen dagegen sinkende Investitionen und anhaltende Komponentenknappheit. Die Chemieindustrie kämpft weiterhin mit Rohstoffengpässen, insbesondere bei Lithium und Nickel. Trotz Fortschritten in Produktion und Logistik behindern Verzögerungen noch immer den Betriebsablauf.
Insgesamt hat sich die Versorgungslage der deutschen Industrie aufgehellt, vor allem in der Automobilproduktion. Dennoch bestehen in der Chemie-, Maschinenbau- und Elektrobranche weiterhin Herausforderungen. Die ungleichmäßige Erholung spiegelt sowohl nachlassende Engpässe als auch anhaltende Materialknappheit in Schlüsselbranchen wider.






