20 January 2026, 09:21

Massive Werksschließung in Eberswalde: 500 Jobs bis Februar gestrichen

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto einer Fabrik mit Arbeitern, die an einer Maschine arbeiten, umgeben von Metallstangen und -pfählen, mit der Inschrift "Neue Eisenglebeerei, die erste Fabrik in Deutschland" unten.

Massive Werksschließung in Eberswalde: 500 Jobs bis Februar gestrichen

Großer Fleischverarbeitungsbetrieb in Britz bei Eberswalde schließt Ende Februar

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Ein bedeutender Fleischverarbeitungsbetrieb in Britz bei Eberswalde wird Ende Februar seine Tore schließen. Die Schließung erfolgt nach fast drei Jahren unter der Führung der Zur-Mühle-Gruppe und führt zum Verlust von über 500 Arbeitsplätzen. Die Entscheidung hat in der Region breite Empörung ausgelöst.

Das Werk, das seit 1977 zu den führenden Fleischverarbeitern Europas zählt, war 2021 von der Zur-Mühle-Gruppe übernommen worden. Damals hatten die neuen Eigentümer Investitionen zur Modernisierung der Anlage versprochen. Nun gibt das Unternehmen jedoch die hohen Sanierungskosten als Grund für die Schließung an.

Den Beschäftigten wurde eine Abfindung in Höhe eines Viertels des monatlichen Bruttogehalts pro Beschäftigungsjahr angeboten. Die Gewerkschaften verurteilten dieses Angebot als unzureichend. Zudem warfen sie dem Arbeitgeber vor, während der Verhandlungen eine gesetzliche Grauzone ausgenutzt zu haben. Nach deutschem Arbeitsrecht sind Unternehmen, die als Ausgliederungen umstrukturiert werden – wie in diesem Fall –, zwei Jahre lang von den üblichen Kündigungsschutzbestimmungen befreit, selbst wenn sie weniger als zehn Mitarbeiter beschäftigen.

Henrik Wendorff, Präsident des Brandenburgischen Bauernverbandes, bezeichnete den Schritt als "kalte Marktbereinigung" und warnte vor schweren Folgen für die regionale Wirtschaft. Die traditionsreiche Marke Eberswalder wird zwar weiterbestehen, die Produktion wird jedoch an andere Standorte verlagert.

Der Betreiber des Werks, die Premium Food Group, steht unter der Kontrolle des Milliardärs Clemens Tönnies und seiner Familie. Ihre Entscheidung zur Schließung der Anlage stößt bei Beschäftigten und regionalen Politikern auf scharfe Kritik.

Bis Ende Februar werden mehr als 500 Mitarbeiter ihre Jobs verlieren. Die Produktion unter dem Namen Eberswalder wird zwar an anderen Standorten fortgeführt, doch das Ende des Werks in Britz markiert das Aus einer Ära für die Region. Lokale Vertreter und Gewerkschaften haben angekündigt, die Entscheidung und ihre rechtliche Grundlage anzufechten.