07 January 2026, 14:27

Eberswalder Wurstwerk in Britz schließt 2026 – 500 Jobs betroffen

Eine Glasvitrine in einem Metzgerladen, die Tabletts mit Fleisch und Preisschildern zeigt, mit Gebäuden und Bäumen im Fenster und einer Decke oben im Bild.

Eberswalder Wurstwerk in Britz schließt 2026 – 500 Jobs betroffen

Das Eberswalder Wurstwerk in Britz schließt im Februar 2026 seine Tore

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Bis Ende Februar 2026 wird das Wurstwerk Eberswalder in Britz seine Produktion einstellen – und damit über 500 Arbeitsplätze verschwinden. Damit endet die Ära des einst größten Fleischverarbeitungsbetriebs Europas. Die Schließung folgt auf die Übernahme des Standorts durch die Zur-Mühlen-Gruppe, die zum Fleischkonzern Tönnies gehört, im Jahr 2023.

Das Werk war 1977 eröffnet worden und beschäftigte in seiner Blütezeit mehr als 3.000 Mitarbeiter. Nach der Insolvenz im Jahr 2000 wurde es umstrukturiert und später von der Zur-Mühlen-Gruppe übernommen. Nun plant der Konzern, die Produktion in Britz komplett einzustellen, während die Herstellung der Eberswalder Wurstspezialitäten nach Originalrezepten an anderen Standorten fortgeführt wird.

Die Gewerkschaft wirft Tönnies vor, gezielt Betriebe zu übernehmen und zu schließen, um seine Marktmacht auszubauen. Man kritisiert, die Unternehmensführung habe langfristige Investitionen vernachlässigt und so die Schließung herbeigeführt. Zwar erhielten die Beschäftigten durch Verhandlungen eine Abfindung, doch die Gewerkschaft hält diese für unzureichend. Zudem wird eine rechtliche Grauzone im deutschen Betriebsverfassungsgesetz bemängelt: Demnach können Unternehmen in den ersten vier Jahren nach einer Übernahme verbindliche Sozialpläne umgehen. Die Gewerkschaft fordert nun eine Gesetzesänderung, falls die aktuelle Praxis als rechtmäßig eingestuft wird.

Die Produktion der Eberswalder Wurst wird zwar an anderen Standorten unter gleichen Qualitätsstandards weiterlaufen. Doch für den Standort Britz bedeutet die Schließung das definitive Ende. Mit dem Verlust von 500 Arbeitsplätzen suchen Beschäftigte und Gewerkschaft nach weiteren Wegen, um gegen die Konzernstrategie vorzugehen.