18 January 2026, 00:51

Brandenburgs Verkehrsminister warnt vor jahrelangen Bahn-Einschränkungen und kündigt Rücktritt an

Eine Stadtbahn fährt durch eine Straße mit hohen Gebäuden, Strommasten und einigen Fußgängern, mit Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Minister: Bahnreisende müssen weiter leiden - Brandenburgs Verkehrsminister warnt vor jahrelangen Bahn-Einschränkungen und kündigt Rücktritt an

Brandenburgs Verkehrsminister Detlef Tabbert hat Bahnreisende vor weiteren Einschränkungen in den kommenden Jahren gewarnt. Die laufenden Modernisierungsarbeiten werden weiterhin zu Beeinträchtigungen führen, wobei wichtige Strecken mit längeren Vollsperrungen zu rechnen haben. Tabbert kündigte zudem an, sein Amt zu verlassen, sobald in den nächsten Wochen eine neue Landesregierung gebildet wird.

Bei einer Stellungnahme in Potsdam am 8. Januar 2026 räumte Tabbert ein, dass Bahnnutzer – einschließlich seiner selbst – durch Bauverzögerungen erhebliche Belastungen ertragen müssten. Er kritisierte die aktuelle Praxis, ganze Strecken monatelang komplett zu sperren, und verwies dabei auf die Verbindung Hamburg–Berlin sowie die anstehenden Sperrungen auf der Strecke Hannover–Berlin. Solche langfristigen Blockaden seien seiner Meinung nach ineffizient und kostspielig, insbesondere wenn Ersatzbusse kaum genutzt würden.

Tabbert, der kürzlich die BSW-Partei verlassen hat, schlug vor, sich künftig an internationalen Beispielen zu orientieren, bei denen Bauarbeiten ohne vollständige Streckensperrungen durchgeführt werden. Zudem betonte er die finanzielle Belastung durch Schienenersatzverkehr, der oft fast leer fahre und gleichzeitig Fahrgästen Unannehmlichkeiten bereite. Gemeinsam mit Ministerin Britta Müller bestätigte er, bis zur Amtsübernahme der neuen Regierung im Amt zu bleiben. Nach seinem Rückzug möchte er sich privaten Hobbys und ehrenamtlichem Engagement widmen.

Der Rücktritt des Ministers fällt mit der Bildung der neuen Brandenburgischen Landesregierung in den nächsten Wochen zusammen. Bis dahin müssen sich Fahrgäste auf anhaltende Behinderungen durch die Modernisierungsprojekte einstellen. Tabberts Kritik an der aktuellen Vorgehensweise könnte dazu beitragen, dass künftige Sanierungsvorhaben anders geplant werden.

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