16 January 2026, 11:32

Wie ARD und ZDF mit persönlichen Geschichten junge Zuschauer zurückgewinnen wollen

Eine offene Zeitung mit einer Seite voller Text und verschiedenen Fotos von Menschen unterschiedlichen Alters und Geschlechts.

Wie ARD und ZDF mit persönlichen Geschichten junge Zuschauer zurückgewinnen wollen

ARD und ZDF setzen auf neue Formate, um junge Zuschauer zu erreichen

Die öffentlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF ändern ihre Strategie, um junge Zielgruppen besser anzusprechen. Ihre neuen Reportageformate verzichten auf die traditionelle Neutralität und setzen stattdessen auf persönliche, emotionale Erzählweisen. Das Ziel: Nachrichten für die 14- bis 29-Jährigen greifbarer und relevanter zu machen.

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Im Mittelpunkt der neuen Herangehensweise stehen die Reporter selbst. Statt als distanzierte Beobachter agieren sie als zentrale Figuren, teilen ihre eigenen Erlebnisse und Perspektiven. Dieser Stil hat Formate wie VOLLBILD, exactly und PULS Reportage für jüngere Zuschauer attraktiver gemacht.

Erste Rückmeldungen zeigen, dass die neuen Formate als glaubwürdig und leicht zugänglich wahrgenommen werden. Doch es gibt auch Kritik: Wenn die Stimme des Reporters zu dominant wird, droht das eigentliche Thema in den Hintergrund zu geraten. Einige Beobachter warnen vor "Selfie-Journalismus", bei dem persönliche Erzählungen die Fakten überlagern. Eine weitere Herausforderung ist der mangelnde Wiedererkennungseffekt einiger Serien. Wiederkehrende Themen und Blickwinkel lassen manche Formate zu austauschbar wirken. Zwar schätzen junge Zuschauer die Authentizität, doch es gibt Anzeichen, dass sie den ständigen "Ich-Bezug" allmählich ermüdend finden.

Die Otto Brenner Stiftung, die kritischen Journalismus fördert, hat zwar bereits Studien zu ARD-Berichterstattung durchgeführt, allerdings ohne Fokus auf die neuen Formate. Ihre Analyse aus dem Jahr 2010, die Wirtschaftsjournalismus zwischen 1999 und 2009 untersuchte, beleuchtete frühere Trends, nicht jedoch den aktuellen Wandel hin zu emotionaler Berichterstattung.

ARD und ZDF stehen nun vor der Aufgabe, persönliche Nähe mit journalistischen Standards in Einklang zu bringen. Der Erfolg der Formate hängt davon ab, Geschichten authentisch zu halten, ohne in Selbstbezogenheit abzurutschen. Noch sind die jungen Zuschauer interessiert – doch ihre Geduld könnte schwinden, wenn sich der Ansatz nicht weiterentwickelt.