Thüringen nutzt EU-Mercosur-Abkommen für neue Handelswege nach Südamerika
Luisa HartmannMinister: Mercosur-Abkommen gut für Thüringen - Thüringen nutzt EU-Mercosur-Abkommen für neue Handelswege nach Südamerika
Thüringen bereitet sich auf neue Handelschancen in Südamerika vor – nach dem historischen EU-Mercosur-Abkommen
Nach dem bahnbrechenden Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur-Block will Thüringen neue Handelsmöglichkeiten in Südamerika erschließen. Die Vereinbarung, die zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten geschlossen wurde, schafft die größte Freihandelszone der Welt und umfasst über 700 Millionen Menschen. Wirtschaftsministerin Colette Boos-John betont das Potenzial des Abkommens, die Wirtschaft Thüringens zu stärken und den Zugang zu wichtigen Rohstoffen zu sichern.
Das EU-Mercosur-Abkommen zielt darauf ab, Zölle und Handelsbarrieren abzubauen und europäischen Unternehmen den Export von Waren zu erleichtern. Zwar hatten Landwirte in Thüringen und bundesweit gegen frühere Entwürfe protestiert – aus Sorge vor Konkurrenz durch günstigere Importe aus Südamerika –, doch die Verhandler führten Schutzklauseln ein. Dazu gehören strenge Obergrenzen für die Einfuhr von Fleisch, Käse, Zucker und Ethanol aus den Mercosur-Ländern in die EU.
Zudem soll das Abkommen die wirtschaftliche Abhängigkeit Europas von China und den USA verringern, indem Handelswege diversifiziert werden. Die Thüringer Landesregierung sieht besonders große Chancen im Zugang zu kritischen Rohstoffen wie Lithium, die in der Mercosur-Region reichlich vorkommen. Ministerin Boos-John räumte ein, dass einige Agrarbereiche vor Herausforderungen stehen könnten, betonte jedoch, dass das Abkommen den Agrarhandel nicht vollständig liberalisiere.
Um die neuen Möglichkeiten zu nutzen, plant Thüringen für Ende 2026 eine Delegationsreise in die Mercosur-Region. Im Mittelpunkt stehen die Suche nach Partnerschaften und wirtschaftlichen Perspektiven für heimische Unternehmen im Rahmen des neuen Handelsabkommens.
Das Abkommen eröffnet Thüringer Exporteuren neue Türen, während es gleichzeitig die Bedenken der Landwirtschaft berücksichtigt. Mit kontrollierten Importmengen und dem Zugang zu Schlüsselrohstoffen will das Land seine Wirtschaftsbeziehungen zu Südamerika ausbauen. Die geplante Delegation 2026 soll der nächste Schritt sein, um aus den Handelsperspektiven konkrete Geschäfte zu machen.






