30 April 2026, 14:16

Streit um Abschied von Berliner-Zeitung-Chefreporterin eskaliert öffentlich

Eine Zeitung mit sichtbarem Text in der Mitte des Bildes.

Streit um Abschied von Berliner-Zeitung-Chefreporterin eskaliert öffentlich

Der Abschied von Anja Reich-Osang, der langjährigen Chefreporterin der Berliner Zeitung, hat eine öffentliche Kontroverse innerhalb der Führungsebene der Zeitung ausgelöst. Nach 30 Jahren beim Blatt löste ihr Ausscheiden scharfe Kritik von Franz Sommerfeld an der politischen Ausrichtung des Blattes aus. Der Streit eskalierte, als Verleger Holger Friedrich mit einem scharf formulierten persönlichen Artikel reagierte.

Reich-Osang verließ die Berliner Zeitung nach drei Jahrzehnten bei der Redaktion. Ihr Abschied wurde im Newsletter der Zeitung und auf deren Website hervorgehoben, was breitere Aufmerksamkeit erregte.

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Franz Sommerfeld kritisierte daraufhin die politische Haltung der Zeitung und warf ihr vor, sich in eine unerwünschte Richtung entwickelt zu haben. Seine Äußerungen wurden später in Medienberichten aufgegriffen, wobei Friedrich behauptete, die ursprüngliche Kritik sei fälschlich als Position der Berliner Zeitung selbst und nicht als Sommerfelds persönliche Meinung dargestellt worden.

Als Reaktion veröffentlichte Friedrich einen persönlichen Artikel, in dem er seine Position verteidigte. Er wies Vorwürfe zurück, es handele sich um einen "erfundenen Text" über seine Ehefrau, und warf dem Medienportal kress "unobjektive Berichterstattung" vor. Zudem argumentierte er, dass die Aufbauschung einer routinemäßigen Personalangelegenheit ein gefährliches Präzedenzfall für Mitarbeiter schaffe.

Friedrich, der die Berliner Zeitung seit über sechs Jahren führt, blieb bei seinem Text und weigerte sich, ihn zu ändern. Intern hatte er bereits mehrfach Frustration über das geäußert, was er als berufliche Versäumnisse in der Medienbranche ansieht. Diesmal richtete sich seine Kritik jedoch nach außen – er bezeichnete die Verbreitung von Sommerfelds Vorwürfen als leichtfertig und schädlich.

Der Streit hat Spannungen innerhalb der Berliner Zeitung über die redaktionelle Ausrichtung und Führungsentscheidungen offenbart. Reich-Osangs Abgang, ursprünglich eine reine Personalie, ist nun zum Kristallisationspunkt für weitergehende Debatten über Medienstandards und interne Verantwortung geworden.

Quelle