"Reclaim the Night" in Berlin: Tausende protestieren gegen Belästigung und Patriarchat
Jonas Hofmann"Reclaim the Night" in Berlin: Tausende protestieren gegen Belästigung und Patriarchat
Über 2.000 Menschen gingen am Donnerstag in Berlin-Kreuzberg bei der jährlichen "Reclaim the Night"-Demonstration auf die Straße. Die Kundgebung, die am Vorabend des 1. Mai stattfand, zog eine spürbar angespannte Menge an, die gegen Belästigung und strukturelle Ungleichheit protestierte. Die Polizei meldete einen massiven Einsatz: Rund 1.800 Beamte waren in der gesamten Stadt im Rahmen der Walpurgisnacht-Feierlichkeiten im Einsatz.
Die Demonstration begann am Kottbusser Damm und folgte einer festgelegten Route bis zur Köpenicker Straße. Die Veranstalter beendeten die Kundgebung etwa zehn Minuten früher als geplant. Die Teilnehmenden trugen eine klare Botschaft vor: "Es ist an der Zeit, unsere Wut zu kanalisieren und uns gegen rassistische, queerenfeindliche und frauenverachtende Belästigung auf unseren Straßen zu wehren – sowie gegen die patriarchale Gesellschaft, die sie fördert. Wir weigern uns, uns anzupassen; stattdessen holen wir uns zurück, was uns rechtmäßig gehört."
Die Polizei schätzte die Gesamtzahl der Demonstrierenden auf etwa 2.600 Personen. Während die Kundgebung größtenteils friedlich verlief, kam es zu vereinzelten Störungen: Feuerwerkskörper wurden gezündet, und Gegenstände flogen in Richtung der Beamten. Vier Fälle von Sachbeschädigung wurden registriert, darunter an Privatfahrzeugen und Polizeifahrzeugen.
Die Behörden nahmen eine Person fest, nachdem diese angeblich einen Polizisten beleidigt haben soll. Die verstärkte Polizeipräsenz spiegelte die Sorge vor möglichen Ausschreitungen während der nächtlichen Veranstaltungen wider.
Die Demonstration endete ohne größere Eskalation, doch die angespannte Stimmung war durchgehend spürbar. Veranstalter und Polizei werden die Vorfälle von Sachbeschädigung und Auseinandersetzungen voraussichtlich im Rahmen der Nachbereitung auswerten. Die Kundgebung markierte ein weiteres Jahr des Aktivismus im Vorfeld des 1. Mai in Berlin.






