NRW-Polizei rüstet sich mit digitaler OSINT-Offensive gegen Online-Kriminalität
Jonas HofmannNRW-Polizei rüstet sich mit digitaler OSINT-Offensive gegen Online-Kriminalität
Nordrhein-Westfalens Polizei startet Großoffensive zur Stärkung digitaler Ermittlungskompetenzen
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine umfassende Initiative gestartet, um ihre Fähigkeiten bei Online-Ermittlungen deutlich auszubauen. Das Programm umfasst neue Schulungsangebote, erweiterte Teams und moderne digitale Werkzeuge. Im Mittelpunkt steht dabei der Einsatz von Open-Source-Intelligence (OSINT), um politisch motivierte Straftaten und Bedrohungen der nationalen Sicherheit zu bekämpfen.
Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf hat seine OSINT-Kapazitäten deutlich ausgebaut. Fabian Coenen leitet nun die Abteilung 22.2, die einst nur aus zwei Beamten bestand und heute als 16-köpfiges Team aus IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftlern agiert. Ihre Aufgabe besteht darin, dynamische politische Entwicklungen zu beobachten und bei dringenden Einsätzen mit nationaler Sicherheitsrelevanz schnell Unterstützung zu leisten.
Unter dem Projektnamen «Digitale Streife» hat das LKA zehn neue Beamte eingestellt, von denen sechs Coenens Team verstärken. Zudem sind fast 100 weitere Polizisten in sechs regionalen Behörden eingebunden. Diese Einheiten sind Teil des deutschen Staatsschutznetzwerks und führen allgemeine OSINT-Recherchen durch oder reagieren auf zeitkritische Bedrohungsszenarien.
Die Schulungen für die Beamten finden direkt an ihren Arbeitsplätzen statt. Ziel ist es, Online-Ermittlungen effektiv und rechtssicher durchzuführen. Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Regierungsangestellter, koordiniert die Ausbildung. Vom Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss aus schult er sowohl neue LKA-Mitarbeiter als auch die Beamten der «Digitalen Streife»-Einheiten. Der Lehrplan umfasst die Beschaffung und Analyse von Daten aus öffentlich zugänglichen Quellen wie sozialen Medien.
Die Initiative beinhaltet zudem verdeckte virtuelle Ermittlungen und KI-gestützte Arbeitsplätze. Gemeinsam sollen diese Maßnahmen die digitalen Fähigkeiten der Strafverfolgungsbehörden im gesamten Bundesland modernisieren.
Der Ausbau markiert den Wandel von einem kleinen Spezialteam zu einer vollwertigen OSINT-Abteilung. Die Beamten erhalten nun gezielte Schulungen, um Online-Ermittlungen sicher und effizient durchzuführen. Mit fast 100 zusätzlichen Kräften stellt das Programm einen bedeutenden Fortschritt in der digitalen Polizeiarbeit Nordrhein-Westfalens dar.






