Markus Söder steht 2026 vor dem Stockacher Narrengericht – eine Tradition mit 675 Jahren Geschichte
Luisa HartmannFasnacht-Einladung für Söder auf die Narrenschafe - Markus Söder steht 2026 vor dem Stockacher Narrengericht – eine Tradition mit 675 Jahren Geschichte
Eine jahrhundertealte Karnevalstradition wird in diesem Jahr einen prominenten Politiker in den Fokus rücken: Markus Söder, Bayerns Ministerpräsident und Vorsitzender der CSU, wurde als Angeklagter beim Stockacher Narrengericht ausgewählt. Die Veranstaltung, die zum schwäbisch-alemannischen Karneval gehört, zwingt ihre Teilnehmer, sich vor Publikum mit Witz gegen spielerische Anklagen zu verteidigen.
Das Stockacher Narrengericht blickt auf eine fast 675-jährige Geschichte zurück und verbindet während der Faschingszeit Satire mit Tradition. Jährlich wird eine bekannte Persönlichkeit ausgewählt, die sich am Schmotzigen Dunschtig (Fetter Donnerstag), der Woche vor dem Rosenmontag, einem Scheinprozess stellen muss. Die Identität des Angeklagten bleibt bis zum Dreikönigstag streng geheim – so sehen es die Regeln der Stockacher Narrenzunft, der veranstaltenden Gilde, vor.
Söders Auswahl war kein Zufall. Die Organisatoren wählten ihn bewusst aus, da er bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März nicht kandidiert. Es ist das zweite Mal, dass ein amtierender bayerischer Ministerpräsident vor dem Narrengericht steht – der erste war Franz Josef Strauß im Jahr 1979. Die Verhandlung findet am 12. Februar 2026 im Rahmen des 675-jährigen Jubiläums statt. Söder muss dabei auf überzogene Vorwürfe mit Scharfsinn reagieren – eine Herausforderung, die zum Markenzeichen der Veranstaltung geworden ist.
Das Narrengericht wird Stockach mit Lachen und Spektakel erfüllen, wobei Söders Auftritt für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt. Wie es die Tradition verlangt, wird der Prozess seine Fähigkeit prüfen, spöttische Anklagen in Unterhaltung zu verwandeln. Die Veranstaltung unterstreicht einmal mehr die Rolle des Karnevals, der Politik, Humor und regionales Brauchtum auf einzigartige Weise verbindet.






