Bayerns Wasserstoff-Milliarden bleiben ungenutzt – warum scheitern die Pläne?
Clara HartmannBayerns Wasserstoff-Milliarden bleiben ungenutzt – warum scheitern die Pläne?
Bayerns ehrgeiziges Wasserstoff-Förderprogramm steckt in der Krise: Hundertmillionen Euro blieben bis Ende 2025 ungenutzt
Trotz der Vergabe von knapp 142 Millionen Euro für Energieforschungszuschüsse blieb mehr als die Hälfte der Mittel unangetastet. Kritiker fragen sich nun, ob die Investitionen gezielt eingesetzt oder schlicht verschwendet wurden.
Die Bemühungen der Landesregierung, eine Wasserstoffinfrastruktur aufzubauen, kamen nur schleppend voran. Ein prägnantes Beispiel ist das Förderprogramm für Wasserstofftankstellen: Von den verfügbaren 61 Millionen Euro wurden lediglich 16,3 Millionen abgerufen. Bis zum Auslaufen der Initiative wurden zusätzlich 9 Millionen Euro zurückgegeben, nachdem geplante Projekte nicht realisiert wurden.
Noch schlechter lief es beim Bau von Elektrolyseuren. Von den vorgesehenen 120 Millionen Euro für diesen Bereich flossen bis 2025 nur 4,1 Millionen. Währenddessen trieb die Bundesregierung den Aufbau eines Wasserstoff-Kernnetzes voran – mit Fokus auf industrielle Nutzer statt auf breitere Anwendungen.
Energiefachleute zweifeln seit Langem an der Eignung von Wasserstoff für Heizungen oder den Verkehr. Hohe Produktionskosten und die Abhängigkeit von großangelegten Importen – ähnlich wie bei Erdgas – haben die Euphorie gedämpft. Die Grünen-Politiker Martin Stümpfig und Markus Büchler gingen noch weiter und warfen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger vor, öffentliche Gelder in unwirksame Programme verschwendet zu haben.
Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Kluft zwischen Förderambitionen und tatsächlicher Nachfrage. Angesichts der schwachen Resonanz in zentralen Bereichen steht Bayerns Wasserstoffstrategie nun auf dem Prüfstand. Die ungenutzten Millionen unterstreichen die Herausforderungen beim Übergang von fossilen Brennstoffen zu alternativen Energieträgern.






