09 January 2026, 20:19

Tönnies schließt Wurstwerk in Brandenburg – 500 Jobs bis 2026 gestrichen

Würstchen auf einem Grill mit Zange, eine Person Hand und Pflanzen im Hintergrund bei Tag.

Tönnies schließt Wurstwerk in Brandenburg – 500 Jobs bis 2026 gestrichen

Die Tönnies-Gruppe hat die Schließung ihres Wurstwerks in Eberswalde-Britz (Brandenburg) bis Ende Februar 2026 bekannt gegeben. Mit der Entscheidung fallen rund 500 Arbeitsplätze im unternehmensregister weg – und einer der letzten großen Fleischverarbeitungsbetriebe der Region stellt seinen Betrieb ein. Kritiker werfen dem Unternehmen vor, Gewinne über lokale Beschäftigung und Tradition zu stellen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Betreiber PHW-Gruppe hatte den Standort 2023 übernommen und steht seitdem wegen Umstrukturierungsmaßnahmen in der Kritik, darunter Stellenabbau und die Reduzierung traditioneller Produktion. Als Grund für die Schließung nannte das Unternehmen Modernisierungskosten in zweistelliger Millionenhöhe, die langfristig nicht zu rechtfertigen seien.

Die Schließung löst scharfe Reaktionen bei regionalen Verantwortungsträgern aus. Henrik Wendorff, Präsident des Brandenburgischen Bauernverbands, sprach von einem "verheerenden Schlag" für die Agrarbranche. Barnims Landrat Daniel Kurth zeigte sich schockiert und kündigte Unterstützung für die betroffenen Beschäftigten an. Auch Gewerkschaftsvertreter verurteilten die Entscheidung. Uwe Ledwig, Leiter des NGG-Landesbezirks Ost, warf Tönnies "rücksichtslose Profitgier" vor und bezeichnete das Unternehmen als "Totgräber der Tradition". Die Schließung schwächt zudem die Initiative "Brandenburger Weg", die die regionale Lebensmittelproduktion stärken soll. Die Produktion in Britz wird schrittweise heruntergefahren; der letzte Arbeitstag ist für den 28. Februar 2026 vorgesehen.

Mit der Werksschließung verliert Brandenburg einen wichtigen Akteur der Fleischverarbeitung, was regionale Lieferketten erschüttert. Rund 500 Mitarbeiter verlieren bis Anfang 2026 ihre Jobs, während Politik und Gewerkschaften die Art und Weise der Betriebsschließung weiter kritisieren. Die Entscheidung untergräbt zudem Bemühungen, die traditionelle Lebensmittelherstellung in der Region zu erhalten.