Tante Enso rettet ländliche Supermärkte – und übernimmt ehemalige Tegut-Filialen
Luisa HartmannTante Enso rettet ländliche Supermärkte – und übernimmt ehemalige Tegut-Filialen
Ein neuer Supermarkttyp füllt in ländlichen Regionen Deutschlands die Lücken, die große Handelskette hinterlassen haben. Tante Enso, ein Genossenschaftsmodell, das den Charme traditioneller Tante-Emma-Läden mit modernem Einzelhandel verbindet, expandiert seit Ende 2023 rasant. Nun soll das Konzept Dutzende ehemalige Tegut-Filialen übernehmen – nach dem Rückzug des Schweizer Konzerns Migros vom deutschen Markt.
Das Modell von Tante Enso konzentriert sich auf Gebiete, in denen der nächste Supermarkt mindestens fünf Kilometer entfernt liegt. Fast 90 dieser hybriden Läden gibt es bereits bundesweit. Sie bieten Bio- und Regionalprodukte neben bekannten Markenartikeln an und fungieren zugleich als lokale Begegnungsstätten – mehr als nur ein Ort zum Einkaufen.
Als Migros seinen Rückzug aus Deutschland bekannt gab, stellte es die Tegut-Filialen zum Verkauf. Große Händler wie Edeka, Rewe oder Aldi zeigten zwar Interesse – allerdings vor allem an größeren Standorten. Enso erkannte hingegen eine Chance in den kleineren, ländlichen Filialen, die andere übergingen. Die Genossenschaft plant nun, bis zu 36 Tegut-Standorte zu übernehmen und so die Grundversorgung in unterversorgten Regionen zu sichern.
Um einen Tante-Enso-Laden zu eröffnen, muss ein bestimmter Anteil der lokalen Bevölkerung der Genossenschaft beitreten. Mitglieder erhalten Rabatte und können mit einer Tante-Enso-Karte rund um die Uhr einkaufen. Selbst außerhalb der Öffnungszeiten bleibt die Selbstbedienungskasse nutzbar – für maximale Flexibilität der Kundschaft.
Ein Beispiel ist der Laden im Lemgower Ortsteil Schweskau, der seit seiner Eröffnung Ende 2023 die lokale Einkaufsmöglichkeit wiederherstellte. Der Erfolg des Modells treibt die weitere Expansion voran: Enso positioniert sich als Lebensader für ländliche Gemeinden.
Die Übernahme der ehemaligen Tegut-Filialen wird die Reichweite von Tante Enso in Regionen ausbauen, in denen große Händler nicht mehr präsent sind. Die Bevölkerung behält Zugang zu Lebensmitteln, Bio-Produkten und einem gemeindeorientierten Einkaufserlebnis. Das Wachstum der Genossenschaft zeigt: Für ländliche Regionen, die mit Supermarktschließungen kämpfen, gibt es nachhaltige Alternativen.






