Eine Million Babyboomer in NRW droht Wohnungsarmut bis 2036
Über eine Million Babyboomer in Nordrhein-Westfalen könnten in den nächsten zehn Jahren von Wohnungsarmut betroffen sein. Eine neue Studie des Pestel-Instituts warnt, dass steigende Mieten und niedrige Renten viele Rentner in die Gefahr bringen, ihre Wohnung nicht mehr finanzieren zu können. Experten fordern nun dringende Maßnahmen, um eine wachsende Krise abzuwenden.
Die Untersuchung zeigt, dass bis 2036 voraussichtlich rund 40 Prozent der Nachkriegsgeneration in der Region in Rente gehen werden. Bundesweit werden 5,1 Millionen Babyboomer voraussichtlich weniger als 800 Euro monatlich aus der gesetzlichen Rente erhalten. Angesichts weiter steigender Mieten könnte es für viele schwierig werden, sich eine stabile Wohnsituation zu leisten.
Aktuell sind bereits über 760.000 Rentner in Deutschland auf Grundsicherungsleistungen angewiesen – das entspricht 4,3 Prozent aller Rentner und markiert einen deutlichen Anstieg gegenüber nur 2,5 Prozent im Jahr 2010. Die Entwicklung deutet darauf hin, dass die Wohnungsunsicherheit unter älteren Menschen zunimmt.
Robert Feiger, Vorsitzender der Gewerkschaft IG Bau, bezeichnet bezahlbaren Wohnraum als „das soziale Thema Nummer eins“. Er betont, dass der Ausbau des Wohnungsangebots entscheidend für das Wirtschaftswachstum sei. Feiger warnt zudem, dass die Zukunft der aktuellen Koalitionsregierung davon abhängen könnte, ob es gelingt, ausreichend neuen Wohnraum zu schaffen.
Der Bericht unterstreicht die Notwendigkeit sofortiger Schritte, um den Bestand an bezahlbarem Wohnraum zu erhöhen. Ohne Gegenmaßnahmen droht einem erheblichen Teil der Rentner finanzielle Not. Politiker und Gewerkschaften drängen nun auf einen beschleunigten Wohnungsbau, um die Belastung für einkommensschwache Haushalte zu verringern.






