Sachsen plant Studiengebühren für internationale Studierende mit Rückzahloption nach fünf Jahren
Luisa HartmannSachsen plant Studiengebühren für internationale Studierende mit Rückzahloption nach fünf Jahren
Ein neuer Gesetzentwurf in Sachsen könnte die Art und Weise verändern, wie Deutschland von internationalen Studierenden profitiert. Der Vorschlag sieht Studiengebühren in Höhe von 1.500 Euro pro Semester vor – mit der Option, die Kosten nach fünf Jahren Berufstätigkeit zurückzuzahlen. Fachleute halten diesen Schritt für geeignet, um den Fachkräftemangel zu mildern und die öffentlichen Haushalte im ganzen Land zu stärken.
An den meisten staatlichen Hochschulen in Deutschland werden derzeit keine Studiengebühren erhoben. Ausnahmen bilden einige Landesinstitutionen sowie Baden-Württemberg, wo Studierende aus Nicht-EU-Ländern etwa 1.500 Euro pro Semester zahlen. In zwei Dritteln der europäischen Länder sind Sondergebühren für internationale Studierende bereits üblich, wobei 30 Prozent der Länder mehr als 500 Euro pro Semester verlangen.
Laut Schätzungen des Kölner Instituts für Wirtschaftsforschung (IW) erzeugten die 79.000 internationalen Studierenden, die 2022 ihr Studium begannen, einen öffentlichen Überschuss von 7,36 Milliarden Euro. Ihre Anwesenheit steigert nicht nur die Staatseinnahmen, sondern verringert auch den Fachkräftemangel. Über einen Zeitraum von 44 Jahren könnte jede Gruppe von 1.000 Erstsemestern der deutschen Wirtschaftsleistung rund 620 Millionen Euro hinzufügen.
Die Öffnung der Hochschulen für mehr ausländische Studierende könnte junge Talente für eine qualifizierte Ausbildung gewinnen. Dieser Ansatz könnte helfen, den Arbeitsmarkt in Deutschland zu stabilisieren – insbesondere dann, wenn die Nettozuwanderung bis 2035 auf jährlich 400.000 Menschen ansteigt. Ohne solche Maßnahmen droht dem Land ein Jahrzehnt stagnierenden Wirtschaftswachstums.
Ziel des sächsischen Vorschlags ist es, internationale Studierende zu langfristigen Wirtschaftsteilnehmern zu machen. Gelingt dies, könnte das Modell Fachkräftelücken schließen und die öffentlichen Finanzen stärken. Der Plan bietet Studierenden zudem die Möglichkeit, die Gebühren erst nach einer Arbeitsaufnahme in Deutschland zurückzuzahlen.






