Rentenkommission will Renteneintrittsalter bis 2051 auf 68 Jahre erhöhen
Luisa HartmannRentenkommission will Renteneintrittsalter bis 2051 auf 68 Jahre erhöhen
Die Rentenkommission der Bundesregierung schlägt vor, das Renteneintrittsalter in den kommenden Jahrzehnten weiter anzuheben. Dem Plan zufolge sollen Arbeitnehmer bis 2041 mit 67,5 Jahren und bis 2051 mit 68 Jahren in Rente gehen. Die Maßnahme zielt darauf ab, Bedenken hinsichtlich der Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit des Rentensystems zu begegnen.
Aktuell treten in Deutschland alle Arbeitnehmer unabhängig von Beruf oder Bildung im gleichen Alter in den Ruhestand. Akademiker, die oft höhere Einkommen erzielen und länger leben, beziehen somit länger Rente als Beschäftigte in körperlich anspruchsvollen Berufen. Bundeskanzler Friedrich Merz argumentiert, dass Hochschulabsolventen später ins Berufsleben einsteigen und daher weniger Jahre arbeiten als jene, die mit 16 beginnen und durchgehend tätig sind.
Die Kommission empfiehlt, die Möglichkeit einer abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren abzuschaffen. Sie lehnt es zudem ab, das Renteneintrittsalter an die geleisteten Arbeitsjahre zu koppeln – obwohl dies von vielen als fairere Lösung gefordert wird. Arbeitnehmer in körperlich belastenden Jobs könnten Schwierigkeiten haben, bis zum neuen Renteneintrittsalter zu arbeiten. Neue Vorschläge sehen daher individuelle Gesundheitsprüfungen für einen vorzeitigen Ruhestand in solchen Fällen vor.
Im aktuellen System können Hochschulabsolventen im gleichen Alter in Rente gehen wie lebenslange Vollzeitbeschäftigte. Kritiker halten dies für ungerecht, da Akademiker von höheren Einkommen und einer längeren Lebenserwartung profitieren.
Nach der Reform müssen alle länger arbeiten, wobei die Auswirkungen besonders für Menschen ohne Hochschulabschluss spürbar sein werden. Der Plan der Kommission sieht zwar ein einheitliches Renteneintrittsalter vor, führt aber Gesundheitschecks für einen früheren Austritt ein. Die Änderungen sollen dazu beitragen, die Beiträge und Leistungen über verschiedene Berufslaufbahnen hinweg auszugleichen.
