René Benkos Schicksal hängt am seidenen Faden: Revisionsverhandlung entscheidet über Betrugsvorwürfe
Jonas HofmannRené Benkos Schicksal hängt am seidenen Faden: Revisionsverhandlung entscheidet über Betrugsvorwürfe
René Benko befindet sich seit Januar 2025 in Untersuchungshaft, während für diesen Donnerstag die Verhandlung über seine Revision vor dem Obersten Gerichtshof ansteht. Im Mittelpunkt des Falls stehen Vorwürfe wegen Untreue und Betrugs im Zusammenhang mit Hunderten Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft hat mittlerweile ein 18. Ermittlungsverfahren gegen den Signa-Manager eingeleitet – diesmal wegen des Verdachts auf Veruntreuung von Geldern in München.
Ein gerichtlich bestellter Verwalter steuert derzeit mehrere Konflikte innerhalb des Insolvenzverfahrens von Benko. Gelder aus einer 120-Millionen-Euro-Zahlung für das Bahnhofplatz-Projekt, die eigentlich für Liquidität und Mieterrückerstattungen vorgesehen waren, wurden stattdessen umgeleitet. Sie sollen angeblich genutzt worden sein, um Liquiditätslücken zu schließen und eine Kapitalerhöhung für den Kauf des Londoner Kaufhauses Selfridges zu finanzieren.
Signa Prime Selection wird vorgeworfen, wie ein finanzieller „Staubsauger“ agiert zu haben, der Geld aus anderen Projekten abzog. Eine ähnliche Vorgehensweise soll auch bei einer Transaktion mit einem saudischen Staatsfonds im Zusammenhang mit dem Projekt „Franz“ angewendet worden sein. Unterdessen hat Benkos privates Insolvenzverfahren eine ungewöhnliche Wendung genommen: Im Fokus stehen nun mehrere hochwertige Damenringe.
Sollte Benko verurteilt werden, wäre er der erste Signa-Manager, gegen den ein rechtskräftiges Urteil ergeht. Die juristischen Auseinandersetzungen weiten sich weiter aus, während die Staatsanwaltschaft mehrere Ermittlungsstränge verfolgt. Die Entscheidung über die Revisionsverhandlung vor dem Obersten Gerichtshof könnte einen Wendepunkt im Fall markieren. Eine Verurteilung würde einen Präzedenzfall für die Rechenschaftspflicht innerhalb der Signa-Führungsebene schaffen.
