Rechtsextreme Ideologien verbreiten sich unter Jugendlichen – wie Eltern Warnsignale erkennen
Clara HartmannRechtsextreme Ideologien verbreiten sich unter Jugendlichen – wie Eltern Warnsignale erkennen
Behörden warnen vor wachsendem Einfluss rechtsextremer Ideologien bei Jugendlichen – verbreitet vor allem über soziale Medien
Bei Razzien in dieser Woche nahm die Polizei neo-nazistische Gruppen ins Visier, darunter neun Verdächtige aus Berlin und Brandenburg. Experten betonen, dass frühzeitige Interventionen und offene Gespräche der Radikalisierung vorbeugen können.
Rechtsextreme Gruppen nutzen zunehmend soziale Medien, um gezielt junge Menschen anzuwerben. Über Videos, Memes und reißerische Nachrichten verbreiten sie extremistisches Gedankengut. Eltern sollten Warnsignale erkennen – etwa plötzliche Veränderungen im Freundeskreis, Musikgeschmack oder die Verwendung entmenschlichender Parolen und rechtsextremer Symbole wie „White-Power“-Gesten.
Markus Klein, Geschäftsführer des Demos-Instituts Brandenburg, berichtet, dass die Beratungsstellen für Aussteiger aus der rechtsextremen Szene vollständig ausgelastet seien. Das Institut bietet „Ausstiegs-, Distanzierungs- und Angehörigenberatung“ (ADA) an, um Betroffenen den Weg aus extremistischen Überzeugungen zu ebnen. Da politische Einstellungen in der Adoleszenz oft noch nicht gefestigt sind, können Jugendliche mit der richtigen Unterstützung ihren Kurs ändern.
Experten raten Eltern, ihre Kinder mit offenen Gesprächen statt mit Vorwürfen anzusprechen. Auch die Förderung von Medienkompetenz und eine strengere Regulierung sozialer Medien gelten als zentrale Maßnahmen im Kampf gegen die Verbreitung rechtsextremer Inhalte.
Die jüngsten Polizeieinsätze unterstreichen die anhaltende Gefahr rechtsextremer Radikalisierung unter Jugendlichen. Beratungsangebote wie die des Demos-Instituts sind weiterhin stark nachgefragt. Eine frühe Erkennung von Warnsignalen und professionelle Hilfe können Betroffenen den Ausstieg aus extremistischen Ideologien ermöglichen.






