14 June 2026, 12:07

Pfändungsschutzkonten versagen: Warum Banken Betroffene in die Pleite treiben

Telefonische Sprechstunden        Caritas thematisiert Probleme mit P-Konten

Pfändungsschutzkonten versagen: Warum Banken Betroffene in die Pleite treiben

Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung deckt gravierende Mängel bei Pfändungsschutzkonten auf

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Während der jährlichen Aktionswoche Schuldnerberatung hat die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (AG SBV) schwerwiegende Defizite bei den deutschen Pfändungsschutzkonten (P-Konten) angeprangert. Monatlich sind zwischen 300.000 und 350.000 Girokonten von Pfändungsbeschlüssen betroffen. Die Organisation warnt, dass die bestehenden Schutzmechanismen die Betroffenen im Stich lassen.

Sobald ein Pfändungsbeschluss ergeht, sperren Banken umgehend alle Gelder auf dem betroffenen Konto. Kunden müssen dann einen Antrag auf Umwandlung in ein P-Konto stellen, um den Zugang zu existenzsichernden Beträgen zu wahren. Doch Verzögerungen führen dazu, dass sie oft wochenlang nicht auf Geld zugreifen können, das ihnen rechtlich zusteht. Wie die AG SBV berichtet, werden gesetzliche Freibeträge häufig nicht fristgerecht berücksichtigt – mit der Folge, dass Konten länger als nötig blockiert bleiben.

Die Schuldnerberaterin Simone Stahn-Florian kritisiert die rechtlichen Unklarheiten beim Pfändungsschutz. Sie fordert verbindliche Standards für Banken, besser geschultes Personal und konsequente Sanktionen bei Verstößen. Zudem mahnt sie politische Maßnahmen an, um den Schutz von Kontoinhabern zu stärken.

Im Rahmen der Aktionswoche bietet Elisabeth Mankertz eine telefonische Beratungsstunde für Ratsuchende an. Unterdessen berichtet Caritas Kempen-Viersen, die Schuldnerberatungsstellen in Viersen, Dülken und Schwalmtal betreibt, von Fällen, in denen die Umstellung auf Pfändungsschutzkonten unnötig verzögert wird.

Die Erkenntnisse der AG SBV zeigen systemische Probleme im deutschen Basiskonto-System, das eigentlich sicherstellen soll, dass alle Bürger:innen Zugang zu grundlegenden Bankdienstleistungen haben. Ohne dringende Reformen werden viele Menschen weiterhin durch vermeidbare Verwaltungsfehler in finanzielle Not geraten. Die Aktionswoche zielt darauf ab, das Bewusstsein für diese Missstände zu schärfen und nachweisbare Verbesserungen voranzutreiben.

Quelle