Milliardenverluste: Wie Bahn-Verspätungen die deutsche Industrie lähmen
Jonas HofmannMilliardenverluste: Wie Bahn-Verspätungen die deutsche Industrie lähmen
Deutsche Industrien leiden unter Milliardenverlusten durch anhaltende Güterzugverspätungen bei der Deutschen Bahn
Die laufenden Verzögerungen im Schienengüterverkehr der Deutschen Bahn führen in deutschen Schlüsselbranchen zu massiven Einbußen. Autokonzern, Chemieunternehmen und Stahlproduzenten sind gezwungen, vermehrt auf den Straßentransport auszuweichen. Die Verluste belaufen sich mittlerweile auf Milliarden – und das in zentralen Wirtschaftsbereichen.
Jährlich werden in Deutschland fast 25 Millionen Tonnen Chemikalien per Bahn transportiert. Doch die Branche kämpft nun mit massiven Lieferengpässen, die die Produktionskosten in die Höhe treiben und die Fertigung behindern. Auch die Stahlindustrie ist schwer betroffen: Fast die Hälfte ihrer Lieferungen ist auf die Schiene angewiesen.
Konzerne wie Salzgitter und ArcelorMittal haben bereits die Stahlproduktion gedrosselt, um den Folgen der Verspätungen zu begegnen. Autohersteller verlagern angesichts sinkender Transportkapazitäten auf der Schiene vermehrt Güter auf die Straße. Die Deutsche Bahn steht unter Druck, ihre Planung, Koordination und Priorisierung von Güterzügen zu verbessern, um die Krise zu entschärfen. Als mögliche Lösung wird vorgeschlagen, Güterzüge auf Ausweichstrecken vorrangig zu behandeln.
Die Zuverlässigkeit des Schienennetzes ist entscheidend für die industrielle Produktionskraft Deutschlands. Ohne schnelle Gegenmaßnahmen werden die Verspätungen weiterhin Lieferketten stören und die Kosten weiter in die Höhe treiben. Die Forderung nach einer effizienteren Steuerung des Güterverkehrs bleibt dringlicher denn je.
