14 March 2026, 00:11

IG Metall triumphiert bei VW-Wahl in Zwickau mit über 80 Prozent der Stimmen

Eine Gruppe von Menschen sitzt auf dem Boden vor einer Volkswagen-Verkaufsstelle mit Glaswänden, die eine Fahne mit Text halten, unter Deckenbeleuchtung, die zu protestieren scheint.

Keine Rechtsverschiebung - IG Metall gewinnt Wahl bei VW Zwickau - IG Metall triumphiert bei VW-Wahl in Zwickau mit über 80 Prozent der Stimmen

Bei Volkswagen im Werk Zwickau haben die Beschäftigten einen neuen Betriebsrat gewählt – mit einem deutlichen Sieg für die Gewerkschaft IG Metall. Die Abstimmung fand vor dem Hintergrund wachsender Sorgen um Stellenabbau und den Einfluss rechtsextremer Kräfte in der Belegschaft statt. Mehr als 8.200 Mitarbeiter waren aufgerufen, ihre Stimme in dieser mit Spannung verfolgten Wahl abzugeben.

Die IG Metall ging als klarer Sieger hervor und sicherte sich 29 der 35 Sitze mit über 81 Prozent der Stimmen. Gewerkschaftsführer Thomas Knabel bezeichnete das Ergebnis als "starkes Mandat" und Ausdruck des Vertrauens der Belegschaft in den gewerkschaftlichen Kurs. Mike Rösler, Spitzenkandidat der IG-Metall-Liste, räumte zwar die Verunsicherung unter den Mitarbeitern ein, versprach aber, sich für die Zukunft des Standorts über das Jahr 2030 hinaus einzusetzen.

Die verbleibenden Sitze gingen an zwei kleinere Gruppen: Die "Alternative Liste" (Liste 1) erhielt 7,3 Prozent der Stimmen und damit zwei Mandate. Die "Freie Betriebsratsallianz", die Verbindungen zur rechtsextremen AfD aufweist, kam auf 11,5 Prozent und vier Sitze. Die Wahl stand besonders im Fokus, da Befürchtungen über eine Rechtsverschiebung unter den Beschäftigten bestanden.

Hintergrund der Abstimmung ist die sinkende Stimmung im Zwickauer Werk, das auf die Produktion von Elektrofahrzeugen spezialisiert ist. Volkswagen plant bundesweit bis 2030 den Abbau von 35.000 Stellen – darunter auch in Sachsen –, was die Anspannung weiter verschärft. Zwar sind die genauen Zahlen für Sachsen noch unklar, doch die Schließung des VW-Werks in Dresden Ende 2025 und anhaltende Lieferkettenprobleme haben die Sorgen um die Arbeitsplatzsicherheit verstärkt.

Der Erdrutschsieg der IG Metall festigt die Rolle der Gewerkschaft als Vertretung der Belegschaft in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Angesichts drohender Stellenstreichungen und des wachsenden rechtsextremen Einflusses steht der neue Betriebsrat unter Druck, Stabilität für das Werk Zwickau zu sichern. Das Wahlergebnis bildet die Ausgangslage für die anstehenden Verhandlungen über die langfristige Zukunft des Standorts.

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