"Helden": Wie junge Künstler:innen Heldentum radikal neu definieren
Clara Hartmann"Helden": Wie junge Künstler:innen Heldentum radikal neu definieren
Das Jugendkollektiv Active Player NK präsentiert seine neueste Produktion Helden
In ihrer aktuellen Inszenierung Helden setzt sich die Gruppe mit dem Begriff des Heldentums auseinander – eine Mischung aus Gesang, Tanz und choreografierten Kämpfen, die vollständig von jungen Menschen zwischen 12 und 26 Jahren geschrieben und aufgeführt wird. Viele der Darsteller:innen greifen dabei auf eigene Erlebnisse zurück.
Leiter des Ensembles ist Mohammad Eliraqui, ein professioneller Schauspieler, der 2022 die künstlerische Leitung übernahm. Seine eigene Karriere begann Eliraqui im Heimathafen Neukölln, dem Stammsitz des Kollektivs, wo er später vom Filmregisseur Damir Lukačević entdeckt wurde. Unter Eliraqis Führung erkundet die Gruppe in Helden Themen wie Authentizität und Ehrlichkeit – und hinterfragt dabei das klassische Bild des selbstlosen Helden.
Die Aufführung verwebt auch philosophische Fragen zu Zeit und dem Jenseits. Ein Höhepunkt ist eine Szene, die den Kapitalismus kritisch beleuchtet: Ein Unternehmer gerät aneinander mit einer Erdbeerkäuferin. Das Publikum reagiert begeistert und jubelt, als die jungen Darsteller:innen auf der Bühne ungeniert sie selbst sind.
Wegen der großen Nachfrage führt Active Player NK keine Vorsprechen durch – stattdessen werden die Teilnehmer:innen per Losverfahren ausgewählt, um eine vielfältige und inklusive Gruppe zu gewährleisten.
Helden verbindet Kreativität, gesellschaftskritische Kommentare und persönliche Erzählungen. Die Produktion gibt jungen Künstler:innen eine Bühne, um sich auszudrücken – unterhaltsam, zum Nachdenken anregend und ein Beweis für den spielerischen, doch tiefgründigen Theateransatz des Kollektivs.






