Gefährliche Produkte im Online-Handel: Warum Verbraucher weiterhin riskieren müssen
Jonas HofmannGefährliche Produkte im Online-Handel: Warum Verbraucher weiterhin riskieren müssen
Eine aktuelle Studie des deutschen Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) deckt gravierende Mängel bei der Produktsicherheit im Online-Handel auf. Die Organisation analysierte die EU-Datenbank mit gelöschten, gefährlichen oder verbotenen Artikeln von digitalen Marktplätzen. Die Ergebnisse zeigen: Gefährliche Waren gelangen nach wie vor ungehindert zu den Verbrauchern.
Im November 2025 entfernten Deutschlands fünf größte Shopping-Plattformen fast 70 Millionen Angebote. Davon wurden 30 Millionen als „unsicher“ oder sogar „verboten“ eingestuft. Die schiere Menge unterstreicht die anhaltenden Risiken für Käuferinnen und Käufer.
Die Untersuchung des vzbv förderte zudem ein zentrales Problem zutage: Die EU-Datenbank und die Online-Marktplätze gleichen ihre Bestände nicht ausreichend ab. Durch diese mangelnde Abstimmung bleiben gefährliche Produkte oft weiterhin erhältlich.
Als Reaktion fordert der vzbv schärfere Regeln. Gefährliche Artikel sollen demnach bevor sie zum Verkauf angeboten werden, gesperrt werden – statt wie bisher erst im Nachhinein entfernt zu werden. Die aktuellen Maßnahmen ließen Verbraucher unnötigen Gefahren ausgesetzt, kritisiert der Verband.
Der Bericht verdeutlicht ein hartnäckiges Problem im Online-Handel: Solange Behörden und Plattformen ihre Daten nicht besser austauschen, werden riskante Produkte weiterhin Kundinnen und Kunden erreichen. Die Forderung des vzbv nach präventiven Sperren könnte die Marktplätze zwingen, ihre Sicherheitskontrollen zu verschärfen.






