Europas Industrie warnt vor CO₂-Kosten und maroder Infrastruktur in Brandbrief an die EU
Theo MayerEuropas Industrie warnt vor CO₂-Kosten und maroder Infrastruktur in Brandbrief an die EU
Mehr als 35 große europäische Industrieunternehmen haben einen gemeinsamen Brief an die EU-Spitzen geschickt. Die Firmen warnen, dass steigende CO₂-Kosten und eine marode Infrastruktur die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie gefährden. Zu den Unterzeichnern gehören ArcelorMittal, BP, BASF und ThyssenKrupp.
Nach den EU-Vorschriften müssen Industrieanlagen Zertifikate für den Ausstoß von Treibhausgasen erwerben. Der Großteil dieser Emissionsrechte wird inzwischen auf dem Markt gekauft statt kostenlos zugeteilt. Die Kosten steigen, wenn Unternehmen ihre Emissionen langsamer reduzieren, als die verfügbaren Zertifikate knapper werden.
Das EU-Klimapaket „Fit for 55“ hat diese Entwicklung beschleunigt, indem es die kostenlose Zuteilung von Zertifikaten schrittweise abschafft. Um die Folgen abzufedern, führte die EU den CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) ein – eine Abgabe auf kohlenstoffintensive Importe. Die Einnahmen aus dem Emissionshandel fließen in Klimaprojekte wie Wasserstoffnetze für die Industrie.
In dem Schreiben heißt es, Europa handle allein, wenn es die CO₂-Kosten rasant erhöhe. Zudem fehle es an essenzieller Infrastruktur für Strom, Wasserstoff und CO₂-Transport. Die Unternehmen fordern sofortige Maßnahmen, um den Kostenanstieg zu stoppen und die industrielle Basis Europas im Rahmen der anstehenden ETS-Reform zu schützen.
Die Hersteller verlangen eine Aussetzung der steigenden CO₂-Preise, bis die Infrastruktur verbessert ist. Sie betonen, dass ohne bessere Transport- und Speichernetze die industrielle Transformation nicht gelingen könne. Adressiert ist der Brief an EU-Ratspräsident António Costa und den zyprischen Präsidenten Nikos Christodoulides.






