Elektroauto-Prämie begünstigt chinesische Hersteller statt deutsche Käufer
Clara HartmannElektroauto-Prämie begünstigt chinesische Hersteller statt deutsche Käufer
Die deutsche staatliche Kaufprämie für Elektroautos hat eine Debatte über deren Wirksamkeit ausgelöst. Burkhard Weller, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), erklärt, die Förderung habe Verbraucher bisher nicht überzeugt, auf Elektrofahrzeuge umzusteigen. Stattdessen profitierten vor allem ausländische Hersteller – insbesondere aus China – von der Subvention.
Das mit insgesamt 3,5 Milliarden Euro ausgestattete Förderprogramm gilt für neu zugelassene Elektroautos ab dem 1. Januar 2026. Käufer können je nach Modell und persönlichen Voraussetzungen bis zu 6.000 Euro erhalten. Doch die Absatzzahlen zeigen einen deutlichen Anstieg günstiger chinesischer E-Autos: Seit Einführung der Prämie haben sich die Verkäufe mehr als verdoppelt.
Deutsche Hersteller bieten derzeit keine Elektrofahrzeuge im Preissegment zwischen 20.000 und 30.000 Euro an. Händler berichten, dass die meisten geförderten Fahrzeuge in dieser Preisklasse chinesische Modelle sind. Weller fordert daher eine Anpassung des Programms, um eine breitere Wirkung zu erzielen.
Er schlägt vor, die Förderung auf gebrauchte Elektroautos auszuweiten. Zudem plädiert er für einen Ausbau der Ladeinfrastruktur, niedrigere Strompreise und transparente Preise an Ladestationen. Um die Bezahlung zu vereinfachen, regt er eine bundesweite Pauschalgebühr für das Laden an – ähnlich wie beim mobilen Roaming.
Bisher hat die Prämie vor allem den Absatz günstiger chinesischer Elektroautos in Deutschland befeuert. Wellers Vorschläge zielen darauf ab, Elektrofahrzeuge für Verbraucher zugänglicher und das Laden alltagstauglicher zu machen. Die Diskussion zeigt, wie schwierig es ist, eine Förderung zu gestalten, die sowohl Käufern als auch heimischen Herstellern zugutekommt.






