09 May 2026, 20:08

Düngerpreise steigen: Warum Gärtner bald tiefer in die Tasche greifen müssen

Alter Buchumschlag aus dem Jahr 1941 mit dem Titel "Düngemittel Samen Landwirtschaftliche Geräte" mit einer Abbildung einer grünen Pflanze mit Stielen und Blättern.

Düngerpreise steigen: Warum Gärtner bald tiefer in die Tasche greifen müssen

Gärtner müssen sich bald auf höhere Preise für synthetische Düngemittel einstellen, da Lieferkettenprobleme und globale Konflikte die Kosten in die Höhe treiben. Zwar sind die meisten Produkte derzeit noch verfügbar, doch warnen Branchenvertreter, dass Preiserhöhungen bereits ab dem nächsten Jahr im Handel spürbar werden könnten. Hintergrund sind anhaltende Störungen durch den Krieg im Iran sowie steigende Treibstoffkosten.

Stephan Engster, Geschäftsführer des Düngemittelherstellers Compo, äußerte sich in einem aktuellen Interview mit dem Spiegel zu dieser Entwicklung. Er betonte, dass biologische Alternativen bei Hobbygärtnern bereits an Beliebtheit gewinnen – ein Trend, der während der Pandemie begann und sich durch die Energiekrise in der Ukraine weiter beschleunigt hat.

Aktuell können Gärtner synthetische Dünger noch ohne größere Preissprünge erwerben. Die Hersteller hatten Rohstoffe für diese Saison frühzeitig gesichert, sodass die Kosten stabil blieben. Ein Liter flüssiger Mineraldünger kostet derzeit im Handel etwa 12 Euro, doch Engster rechnet damit, dass der Preis bald auf 13 oder 14 Euro steigen könnte.

Die angespannte Lieferkette verschärft die Situation zusätzlich. Die stark gestiegenen Dieselpreise machen Transport teurer und unzuverlässiger, was zu möglichen Zuschlägen oder Verzögerungen führen kann. Trotz dieser Herausforderungen sind synthetische Produkte vorerst weiterhin gut verfügbar.

Gleichzeitig erleben Bio-Dünger einen Aufschwung. Compo gibt an, dass bereits rund zwei Drittel seines Sortiments für Boden- und Pflanzpflege aus ökologischen Produkten bestehen. Der Markt wächst zwei- bis dreimal schneller als der für konventionelle Dünger – angetrieben durch die steigende Nachfrage der Verbraucher. Engster führt diesen Trend auf wirtschaftliche Unsicherheiten zurück, darunter die Pandemie und die Ukraine-Krise, die Gärtner kostensensibler und umweltbewusster gemacht haben.

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Sobald synthetische Dünger teurer werden, dürften viele Hobbygärtner auf biologische Alternativen umsteigen. Diese Entwicklung hat bereits begonnen: In den letzten Jahren stiegen die Verkäufe von Bio-Produkten stärker als die von herkömmlichen Düngemitteln.

Die Preise für synthetische Dünger werden voraussichtlich weiter klettern und damit noch mehr Gärtner in Richtung ökologischer Lösungen drängen. Während die Kosten für mineralische Produkte bereits im kommenden Jahr steigen könnten, belasten Lieferengpässe weiterhin die Logistik. Zwar sind die Regale derzeit noch gut gefüllt, doch der langfristige Trend deutet auf höhere Ausgaben und einen wachsenden Biomarkt hin.

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