Buchhandlung in Bremen provoziert mit Riesenporträt von Kulturminister Weimer
Jonas HofmannBuchhandlung in Bremen provoziert mit Riesenporträt von Kulturminister Weimer
Buchhandlung „Golden Shop“ in Bremen enthüllt provokante neue Fassade mit Riesenporträt von Kulturminister Wolfram Weimer
Die Bremer Buchhandlung „Golden Shop“ hat eine auffällige Neugestaltung ihrer Fassade präsentiert – dominiert von einem überdimensionalen Porträt des Kulturministers Wolfram Weimer. Der Umbau erfolgt, nachdem Weimer den Laden persönlich von der Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises 2026 ausgeschlossen hatte.
Sechs Personen brachten ein großes Stoffbanner an der Giebelseite des Gebäudes an. Die Fassade zieren nun Zitate Weimers – sämtlich verfassungskonform. Besitzerin Ausma Zvidrina teilte Fotos der überarbeiteten Ladenfront auf Instagram und kommentierte sie mit einem scherzhaften Appell an den Minister: Ob ihm das neue Design besser gefalle – und ob er nun doch den Preis überreichen wolle.
Ursprünglich sollte die Buchhandlung als „herausragende Buchhandlung“ von der Jury des Deutschen Buchhandlungspreises mit 15.000 Euro ausgezeichnet werden. Trotz des Redesigns betonte Zvidrina, dass Werke Weimers weiterhin nicht im Sortiment geführt werden. Suggerierte man ihr, die Änderungen dienten der Distanzierung von linksextremen Positionen, winkte sie belustigt ab.
Mittlerweile schmückt ein Zertifikat den Laden, das den „Golden Shop“ zur „besten Buchhandlung unter Beobachtung des Verfassungsschutzes“ erklärt. Zudem verkauft das Geschäft nun Tassen mit der Aufschrift „The Golden Shop: Empfohlen vom Verfassungsschutz“.
Die neue Fassade und das Merchandising sind eine direkte Reaktion auf die Disqualifizierung. Die Änderungen sorgen für Aufmerksamkeit, doch die Inhaberin nimmt die Angelegenheit mit Humor. Der Laden bleibt unter öffentlicher Beobachtung – und inszeniert sich selbstbewusst mit seiner umstrittenen neuen Markenidentität.






