Boryszew Kunststofftechnik schließt bis 2023 beide Werke in Deutschland
Jonas HofmannKein Investor: Auto-Zulieferer Boryszew stoppt Produktion - Boryszew Kunststofftechnik schließt bis 2023 beide Werke in Deutschland
Boryszew Kunststofftechnik, ein wichtiger Zulieferer der Automobilindustrie in Sachsen-Anhalt, wird bis Ende 2023 seine Produktionslinien schließen. Die Entscheidung folgt auf gescheiterte Investorengespräche und einen deutlichen Nachfrageeinbruch bei Fahrzeuginnenraumkomponenten. Rund 430 Beschäftigte an zwei deutschen Standorten stehen nun vor einer ungewissen Zukunft.
Das Unternehmen, das sich auf Innenausstattungsteile für Autos spezialisiert hat, kämpft mit den Folgen der schwächelnden deutschen Automobilbranche. Wirtschaftliche Abschwungphasen, steigende Rohstoffkosten und strengere Abgasvorschriften haben seit 2023 die Fahrzeugproduktion gedrosselt. Zudem hat der Umstieg auf Elektroautos die Nachfrage nach herkömmlichen Bauteilen verringert.
Der Insolvenzverwalter Silvio Höfer überbrachte die Hiobsbotschaft den Belegschaften in Gardelegen und Idar-Oberstein. Am Standort Gardelegen arbeiten 330 Mitarbeiter, in Idar-Oberstein sind es etwa 100. Der Volkswagen-Konzern, ein wichtiger Hauptkunde, hat nicht genug langfristige Aufträge erteilt, um die Produktion wirtschaftlich tragfähig zu halten.
Versuche, neue Investoren zu gewinnen, begannen zwar bereits im Mai 2023, scheiterten jedoch an den anhaltenden Brannenproblemen. Trotz der Schließungspläne bestätigte Höfer, dass die Gespräche mit potenziellen Käufern fortgesetzt werden. Das Unternehmen zählt nach wie vor zu den größten Zulieferern in Sachsen-Anhalt – doch seine Zukunft ist nun ungewiss.
Die Produktion an beiden Standorten wird noch vor 2024 eingestellt. Den Beschäftigten soll während des Übergangs Unterstützung angeboten werden, doch Arbeitsplatzverluste scheinen unvermeidbar. Die Schließung unterstreicht die wachsenden Belastungen, denen die deutsche Automobil-Zuliefererkette insgesamt ausgesetzt ist.






