Zwei tödliche Angriffe auf Zugbegleiter erschüttern Deutschland innerhalb weniger Tage
Luisa HartmannZwei tödliche Angriffe auf Zugbegleiter erschüttern Deutschland innerhalb weniger Tage
Zwei brutale Angriffe auf Zugbegleiter innerhalb weniger Tage haben Deutschland erschüttert. In Landstuhl starb ein 42-jähriger Mitarbeiter nach einer Attacke, während ein weiterer Schaffner in der Nähe von Crailsheim zum Ziel einer Gewalttat wurde. Beide Vorfälle werfen Fragen zur Sicherheit von Bahnmitarbeitern im gesamten Land auf.
Der erste Angriff ereignete sich nahe Landstuhl in Rheinland-Pfalz. Ein 42-jähriger Zugbegleiter, später als Serkan Çalar identifiziert, wurde während seines Dienstes Opfer einer schweren Körperverletzung. Er erlitt eine Hirnblutung und erlag seinen Verletzungen. Seine Familie hatte gerade seine Hochzeit vorbereitet – doch statt der Feier wurde er am Samstag in der Türkei beigesetzt. Sein Vater erlitt bei der Nachricht einen Herzinfarkt und musste notärztlich ins Krankenhaus gebracht werden.
Die Polizei nahm einen 26-jährigen Griechen ohne festen Wohnsitz im Zusammenhang mit der Tat fest. Der Verdächtige bleibt bis auf Weiteres in Untersuchungshaft.
Nur wenige Tage später wurde eine weitere Schaffnerin auf der Strecke zwischen Stuttgart und Crailsheim angegriffen. Die 42-jährige Mitarbeiterin mit makedonischen Wurzeln hatte einem 21-jährigen Fahrgast wegen Schwarzfahrens ein Bußgeld ausgestellt. Der Mann reagierte aggressiv: Er spuckte ihr auf das Bein, versuchte, sie mit einer Flasche zu schlagen, und floh anschließend. Die Zugbegleiterin erstattete am folgenden Tag Anzeige bei der Polizei.
Die Behörden bestätigten, dass der Verdächtige im Fall Crailsheim die pakistanische Staatsbürgerschaft besitzt. Der Angriff reiht sich in eine besorgniserregende Entwicklung ein: Von Januar bis Oktober 2025 registrierte die deutsche Regierung 2.987 Fälle von Bedrohungen oder Gewalt gegen Mitarbeiter der Deutschen Bahn. Darunter waren 1.148 Drohungen, 1.231 Körperverletzungen und 324 schwere Körperverletzungen mit gefährlicher Folge.
Die beiden Vorfälle unterstreichen die wachsenden Risiken, denen Bahnangestellte ausgesetzt sind. Offizielle Statistiken zeigen ein anhaltendes Muster von Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Verkehr in ganz Deutschland. Während die Ermittlungen in beiden Fällen andauern, werden die Forderungen nach besseren Schutzmaßnahmen immer dringlicher.






