30 March 2026, 14:11

Zwei Columbus-Statuen – ein Symbol für gegensätzliche Erinnerungen an Geschichte

Ein Holocaust-Gedenkdenkmal in einer Kleinstadt, umgeben von einem Metallzaun, mit Bäumen, Häusern, Fahrzeugen, Strommasten und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Zwei Columbus-Statuen – ein Symbol für gegensätzliche Erinnerungen an Geschichte

Zwei Christopher-Columbus-Statuen sind zu Symbolen ganz unterschiedlicher historischer Debatten geworden. Die eine steht in der Nähe des Weißen Hauses – aufgestellt 2020 vom damaligen US-Präsidenten Donald Trump. Die andere, zwei Jahre zuvor errichtet, markiert eine ruhige Landstraße in Brandenburg und erinnert an Opfer von Zwangsarbeit während des Zweiten Weltkriegs.

In Brandenburg wurde die Statue 2018 am Eingang des Gutes Neuendorf im Sande aufgestellt. Sie dient als Mahnmal für die Menschen, die dort Anfang der 1940er-Jahre zur Zwangsarbeit gezwungen wurden, darunter Jutta Baumwol, die nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. Ihr Bruder initiierte das Projekt, um ein in Vergessenheit geratendes Kapitel deutscher Geschichte zu bewahren. Anwohner versammeln sich jedes Jahr am Ort – am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und am Tag der Befreiung (8. Mai).

Seit 2018 wurden in Brandenburg keine weiteren Denkmäler für NS-Opfer an Orten der Zwangsarbeit errichtet.

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Auf der anderen Seite des Atlantiks ließ Trump 2020 eine Columbus-Statue in der Nähe des Weißen Hauses aufstellen. Dies geschah während der landesweiten Proteste nach dem Tod von George Floyd, als zahlreiche Denkmäler umstrittenen Persönlichkeiten gestürzt wurden. Die Vereinigung Italian American Organizations United unterstützte den Schritt und bezeichnete Columbus als "ursprünglichen amerikanischen Helden". Trump präsentierte die Aufstellung als Gegenwehr gegen Bestrebungen, historische Figuren neu zu bewerten.

Die beiden Statuen stehen heute als gegensätzliche Zeichen des Gedenkens: Die eine erinnert an Opfer der Kriegsunterdrückung in Deutschland, die andere festigt eine umstrittene Erzählung in den USA. Beide spiegeln die anhaltenden Kämpfe wider, wie Geschichte bewahrt wird – und wer darüber entscheidet.

Quelle