Woidke vor Rekord: Brandenburgs SPD-Chef regiert länger als jeder andere Ministerpräsident
Jonas Hofmann"Never say never": Woidke offen für weitere Amtszeit - Woidke vor Rekord: Brandenburgs SPD-Chef regiert länger als jeder andere Ministerpräsident
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) steht in den kommenden Monaten vor einem historischen Rekord: Er wird voraussichtlich zum dienstältesten Regierungschef eines deutschen Bundeslandes. Der 64-Jährige hat erneut betont, seine aktuelle Amtszeit abschließen zu wollen, und schließt eine erneute Kandidatur für 2029 nicht aus. Parallel laufen Koalitionsgespräche mit der CDU, bei denen wirtschaftliche Entwicklung und Stabilität ganz oben auf der Agenda stehen.
Woidke regiert Brandenburg seit 2013 und hat das Land bereits durch mehrere Wahlperioden geführt. Nach der Landtagswahl 2019 bildete seine SPD mit CDU und Grünen eine sogenannte Kenia-Koalition, um die rechtspopulistische AfD von der Macht fernzuhalten. Damals hatte die Partei 23,5 Prozent der Stimmen erhalten – doch seither stieg ihre Unterstützung kontinuierlich: auf 29,2 Prozent 2024, 32,5 Prozent bei der Bundestagswahl im Februar 2025 und laut aktuellen Umfragen vom Januar 2026 nun auf 34 Prozent. Die SPD kommt demgegenüber auf 25 Prozent, die CDU auf 13 und die Grünen auf nur noch 5 Prozent.
In den Verhandlungen zwischen SPD und CDU stehen Stabilität, Sicherheit und wirtschaftliche Entwicklung im Mittelpunkt. Woidke betont, er habe Freude an seinem Amt und blicke optimistisch in die Zukunft – vorausgesetzt, es gelinge, eine stabile Regierung zu bilden. Zwar plane er nicht, über sein 70. Lebensjahr hinaus zu arbeiten, eine weitere Amtszeit schließe er aber nicht aus. Auf die Frage nach 2029 zitierte er scherzhaft den Bond-Film "Sag niemals nie".
Die AfD sieht in der nächsten Landtagswahl die Chance, in Brandenburg an die Macht zu kommen. Innerhalb der SPD werden bereits mögliche Nachfolger Woidkes diskutiert, darunter Innenminister René Wilke, Wirtschaftsminister Daniel Keller und Kulturministerin Manja Schüle. Woidke selbst sieht jedoch keinen Grund zur Eile: Er vertraue darauf, dass die Partei zum richtigen Zeitpunkt eine Entscheidung treffe.
Seine aktuelle Amtszeit läuft bis 2029, und Woidke hat versichert, sie vollständig auszufüllen. Nun müssen SPD und CDU ihre Koalitionsvereinbarung finalisieren – mit dem gemeinsamen Ziel, wirtschaftliche Wachstum und politische Stabilität zu sichern. Der Aufstieg der AfD erhöht zwar den Druck, doch fürs Erste konzentriert sich Woidke darauf, Brandenburg noch Jahre lang zu regieren.






