Wirtschaftsexperte Truger warnt vor Preisschock durch Golfkonflikt und fordert Sofortmaßnahmen
Jonas HofmannWirtschaftsexperte Truger warnt vor Preisschock durch Golfkonflikt und fordert Sofortmaßnahmen
Deutschlands führender Wirtschaftsexperte Achim Truger warnt vor einem drohenden Preisschock durch den Golfkonflikt. Er drängt nun auf dringende makroökonomische Maßnahmen, um die Wirtschaft vor steigenden Kosten zu schützen. Zu seinen Vorschlägen gehören die Aussetzung der Schuldenregeln sowie die Einführung von Preisobergrenzen, um eine übermäßige Inflation einzudämmen.
Truger betonte, dass Politiker in Deutschland und der EU schnell mit abgestimmten Krisenmaßnahmen handeln müssten. Ohne Eingriffe fürchtet er einen starken Inflationsschub, der eine schädliche Lohn-Preis-Spirale auslösen könnte. Entscheidend sei eine gemeinsame Anstrengung von Regierungen und Sozialpartnern, um dies zu verhindern.
Um die finanzielle Belastung zu verringern, schlug Truger Instrumente wie eine temporäre Inflationsausgleichsprämie vor, die steuer- und sozialabgabenfrei wäre. Dies würde Einmalzahlungen an Arbeitnehmer fördern, ohne die langfristige Inflation anzuheizen. Zudem forderte er strengere Vorschriften, um übertriebene Preiserhöhungen an den Tankstellen und entlang der Lieferketten zu stoppen.
Auf EU-Ebene plädierte Truger für Unterstützungsmechanismen, um Mitgliedstaaten mit schwächerer Haushaltslage zu helfen. Während der COVID-19-Pandemie hatte die EU die Schuldenregeln vorübergehend ausgesetzt und Hilfen über Programme wie NextGenerationEU (750 Milliarden Euro) und das SURE-Instrument (bis zu 100 Milliarden Euro) bereitgestellt. Ähnliche Maßnahmen könnten nun wiederbelebt werden, um eine tiefere wirtschaftliche Belastung zu verhindern.
Falls ein umfassendes Krisenpaket beschlossen würde, glaubt Truger, dass die Europäische Zentralbank (EZB) auf unnötige Zinserhöhungen verzichten könnte. Dies würde eine weitere wirtschaftliche Abkühlung vermeiden, während gleichzeitig Inflationsrisiken angegangen würden.
Trugers Vorschläge zielen auf kurzfristige Entlastung durch ausgesetzte Schuldenvorgaben, Preiskontrollen und gezielte Finanzhilfen ab. Bei Umsetzung könnten diese Schritte dazu beitragen, die Preise zu stabilisieren und einen breiteren wirtschaftlichen Abschwung zu verhindern. Der Erfolg solcher Maßnahmen hinge jedoch von einer engen Abstimmung zwischen den nationalen Regierungen und den EU-Institutionen ab.






