31 May 2026, 20:08

Wirtschaft zerrissen: Soll die AfD aus der Isolation geholt werden?

Wirtschaft streitet über die Behandlung der AfD

Wirtschaft zerrissen: Soll die AfD aus der Isolation geholt werden?

In der deutschen Wirtschaftswelt entbrennt eine Debatte über den Kordon sanitaire gegen die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD). Während einige Unternehmer die Ausgrenzung der Partei als schädlich für Politik und Wirtschaft kritisieren, halten große Wirtschaftsverbände an ihrer Weigerung fest, mit der AfD zusammenzuarbeiten.

Caspar Brockhaus, Chef der Brockhaus Group, wirft dem Kordon sanitaire vor, die Entscheidungsfähigkeit zu lähmen. Er schlägt vor, im Falle eines Scheiterns der aktuellen Koalition neue demokratische Bündnisse zu schmieden, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands wiederzubeleben. Auch Wolfgang Grupp, Geschäftsführer von Trigema, lehnt die Ausgrenzung ab – mit dem Argument, sie widerspreche demokratischen Grundsätzen, obwohl er persönlich eine restriktive Migrationspolitik befürwortet.

Die Unternehmerin Sarna Rößer kritisiert den Kordon sanitaire als arrogante Haltung der etablierten Parteien. Doch nicht alle Wirtschaftsführer teilen diese Meinung. Dirk Jandura, Präsident des Bundesgroßhandel-, Außenhandel-, Dienstleistungs-Verbands (BGA), besteht darauf, dass die AfD sich zunächst klar von Extremismus distanzieren müsse, bevor ein Dialog möglich sei.

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Die großen Verbände halten indes am Boykott fest. Franz-Olaf Kallerhoff, Präsident des Markenverbands, warnt, eine Stärkung der AfD gefährde die soziale Marktwirtschaft. Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), unterstreicht diese Position und betont, extremistische Parteien stellten eine direkte Bedrohung für die wirtschaftliche Stabilität Deutschlands dar.

Der Streit offenbart tiefe Gräben in der Wirtschaftselite darüber, wie mit dem wachsenden Einfluss der AfD umzugehen ist. Bisher lehnen die wichtigsten Wirtschaftsverbände jede Zusammenarbeit ab, während eine lautstarke Minderheit von Unternehmern für einen Dialog plädiert – vorausgesetzt, die Partei grenzt sich deutlich vom Extremismus ab.

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