21 March 2026, 00:15

Wie Sexpuppen Geschlechterrollen und Medienbilder prägen – ein Queer-Talk-Gespräch

Ein Buch mit dem Titel "Die queere Seite der Dinge" mit einer Cover-Illustration von vier Frauenköpfen.

Wie Sexpuppen Geschlechterrollen und Medienbilder prägen – ein Queer-Talk-Gespräch

Bei einer jüngsten Veranstaltung der taz-Reihe Queer Talk trafen die Kulturwissenschaftlerin Susanne Regener und der Moderator Jan Feddersen zusammen, um über die Geschichte und Bedeutung von Sexpuppen zu sprechen. Die von Queer Nations e.V. organisierte Diskussion beleuchtete, wie diese Objekte Geschlechterverhältnisse und mediale Erzählungen prägen.

Regener, emeritierte Professorin der Universität Siegen, forscht seit Jahren zu visueller Kultur und marginalisierten Darstellungen. Ihr aktuelles Projekt untersucht das Marketing, die Interaktion mit Käufer:innen sowie die gesellschaftlichen Auswirkungen humanoider Sexpuppen.

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Im Gespräch zeichnete Regener die Ursprünge von Sexpuppen bis ins frühe 20. Jahrhundert zurück. Sie zeigte auf, wie deren Entwicklung veränderte Einstellungen zu Intimität, Technologie und Geschlechterrollen widerspiegelt. Zudem ging es um die unterschiedliche Werbung und Wahrnehmung dieser Objekte in verschiedenen Kulturen – insbesondere in Europa.

Regeners Arbeit beschränkt sich nicht auf Sexpuppen, sondern umfasst auch True Crime, weibliche Bildwelten und die Darstellung marginalisierter Gruppen. Als Expertin für visuelle Kultur hinterfragte sie, wie mediale Repräsentationen das öffentliche Bewusstsein formen. Moderator Jan Feddersen, Redakteur und Kurator bei der taz, lenkte die Debatte und lotete die Schnittstellen von Kommerz, Begehren und gesellschaftlichen Normen aus.

Die Veranstaltung machte deutlich, wie wenig erforscht ist, wie Sexpuppen in den letzten Jahrzehnten vermarktet wurden. Zwar lieferte Regener historische Einordnungen, doch viele Aspekte – vor allem regionale Unterschiede in Europa – seien noch unzureichend untersucht.

Der taz Queer Talk bot Einblicke in die komplexe Rolle von Sexpuppen in der modernen Gesellschaft. Regeners Analysen verbanden deren Geschichte mit übergreifenden Fragen zu Geschlecht, Medien und Marginalisierung. Die Diskussion ließ offen, wie diese Objekte in verschiedene kulturelle Kontexte eingebettet werden – ein Feld, das weiterer Erforschung bedarf.

Quelle