22 January 2026, 06:31

Wie ein engagiertes Team Zeugen im Magdeburger Anschlagsprozess begleitet

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung einer aufgewühlten Menge im Gerichtssaal mit einer Absperrung im Vordergrund und Text unten.

Angst, Panik, Tränen - Der Herausfordernde Weg zum Zeugenstand - Wie ein engagiertes Team Zeugen im Magdeburger Anschlagsprozess begleitet

Ein engagiertes Team von Zeugenbetreuer:innen spielt eine entscheidende Rolle im laufenden Prozess zum Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt. Die speziell geschulten Fachkräfte bieten den Aussagenden sowohl emotionale als auch praktische Unterstützung und sorgen dafür, dass sich Zeug:innen während des gesamten Verfahrens vorbereitet, sicher und begleitet fühlen.

Der kostenlose Service steht allen Aussagenden offen und wurde in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Allein 2024 unterstützte das Team in Sachsen-Anhalt über 1.400 Menschen, darunter Opfer von Körperverletzung, Missbrauch und anderen schweren Straftaten.

Um den Anforderungen des aufsehenerregenden Prozesses gerecht zu werden, ist das Zeugenbetreuungsteam von ursprünglich fünf auf 33 Mitglieder angewachsen. Ihre Arbeit beginnt lange vor der Vernehmung: Sie bereiten die Zeug:innen vor, indem sie mit ihnen den Gerichtssaal im Voraus besichtigen. Für Personen, die Bedrohungen oder besonderen Risiken ausgesetzt sind, organisieren die Betreuer:innen diskreten Zugang über Seiteneingänge.

Während der Aussage halten sie sich in der Nähe auf und sind bereit, einzugreifen, falls eine Zeugin oder ein Zeuge überfordert wirkt. Zwar dürfen sie während der Vernehmung nicht mit den Aussagenden kommunizieren, doch ihre Anwesenheit vermittelt Sicherheit. Kleine, aber durchdachte Gesten – wie die Bereitstellung von Wasser und Taschentüchern am Zeugenstand – helfen, den Stress zu mindern. Manche Zeug:innen erhalten zudem Akupressurringe, um gelassener und konzentrierter zu bleiben.

Das Engagement des Teams beschränkt sich nicht auf den Gerichtssaal: Doreen Rosenbaum, eine der Betreuerinnen, war etwa an der Planung des provisorischen Gerichtsgebäudes für den Prozess beteiligt. Sie half dabei, die Anzahl der Räume für die Zeugenvorbereitung und -betreuung festzulegen. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Justizministerium, Opferberatungsstellen und Gerichtsvertreter:innen, wobei die Berater:innen als Vermittler:innen fungierten, um sicherzustellen, dass die Räumlichkeiten sowohl emotionale als auch praktische Bedürfnisse erfüllen.

Die Unterstützung endet nicht mit der Aussage: Das Team bietet auch im Nachgang moralische und emotionale Begleitung für Zeug:innen und ihre Angehörigen. Der Service richtet sich nicht nur an direkt Betroffene des Anschlags, sondern auch an Familienmitglieder und enge Kontaktpersonen, die aussagen müssen.

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Der Ausbau des Zeugenbetreuungsprogramms spiegelt das wachsende Bewusstsein für die Herausforderungen wider, vor denen Aussagende in Gerichtsverfahren stehen. Durch praktische Hilfestellungen, emotionale Bestärkung und eine strukturierte Umgebung hilft das Team den Zeug:innen, diesen belastenden Prozess zu bewältigen. Ihre Arbeit stellt sicher, dass selbst in hochsensiblen Verfahren die nötige Fürsorge und Aufmerksamkeit gewährt wird, damit Betroffene ihre Erlebnisse teilen können.