Wie ein ehemaliges Truppenübungsgelände Waldbrände mit Sand und Strategie bekämpft
Luisa HartmannWie ein ehemaliges Truppenübungsgelände Waldbrände mit Sand und Strategie bekämpft
Ein großes Wildnisgebiet bei Jüterbog setzt auf eine einzigartige Strategie zur Waldbrandprävention
Das ehemalige Truppenübungsplatz „Altes Lager“, heute ein geschütztes Naturreservat, verlässt sich nicht auf klassische Forstwirtschaft, sondern auf sorgfältige Planung, um seltene Arten und empfindliche Lebensräume zu bewahren.
Das 9.300 Hektar große Gebiet, das von der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg verwaltet wird, war einst militärisches Sperrgebiet. Heute beherbergt es Wälder, Heiden und Sanddünen, in denen Europäische Fischotter, Bechsteinfledermäuse und Wiedehöpfe gedeihen. Doch die trockenen, offenen Landschaften bergen auch ein hohes Brandrisiko.
Ein Netz aus Brandschneisen durchzieht das Gelände – geräumt von Altmunition und frei von Bewuchs. Einige sind mit Sand gefüllt, sogenannte „Wundstreifen“, in denen Feuer von selbst erlöschen. Zufahrtswege und Wasserentnahmestellen ermöglichen den Einsatzkräften schnelles Handeln.
Direkte Löscharbeiten sind hier wegen Blindgängern lebensgefährlich. Stattdessen steht die Vorbeugung im Mittelpunkt: Regelmäßige Pflege der Brandschneisen und der schnelle Zugang zu Brunnen sorgen dafür, dass Brände eingedämmt werden, bevor sie sich ausbreiten.
Das System schützt sowohl die Tierwelt als auch die Einsatzkräfte. Durch die Kombination natürlicher Barrieren mit strategisch platzierten Wasserstellen verringert das Reservat die Waldbrandgefahr. Diese Maßnahmen helfen, eines der bedeutendsten Wildnisgebiete Brandenburgs zu erhalten.






