22 January 2026, 16:17

Wie Bayerns Parteien mit regionalem Populismus Wähler für sich gewinnen

Ein aufgeschlagenes Buch mit einer detaillierten Karte von Bayern, auf der Städte, Ortschaften, Flüsse und andere geografische Merkmale eingezeichnet sind.

Studie: CSU und Freie Wähler setzen auf regionalen Populismus - Wie Bayerns Parteien mit regionalem Populismus Wähler für sich gewinnen

Eine in der Fachzeitschrift German Politics veröffentlichte Studie zeigt, wie Bayerns regierende Parteien regionalen Populismus nutzen, um Wähler zu mobilisieren. Die Forscher fanden heraus, dass die Christlich-Soziale Union (CSU) und die Freien Wähler die bayerische Identität als bedroht – und zwar durch Berlin und Brüssel – darstellen. Diese Strategie erinnert an Taktiken anderer europäischer Regionen, etwa der italienischen Lega Nord oder der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung.

Die im Januar 2026 von dem Wissenschaftler Jan Philipp Thomeczek veröffentlichte Untersuchung belegt, wie beide Parteien die deutsche Hauptstadt und die EU als Gegenspieler inszenieren. In Reden und Parteiprogrammen betonen sie immer wieder den Schutz der bayerischen Kultur und Heimat. Selbst auf offiziellen Regierungswebsites, wie der des bayerischen Agrarministeriums, wird diese Rhetorik aufgegriffen.

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Wähler, die auf diese regionalpopulistische Botschaft ansprechen, tendieren dazu, CSU oder Freie Wähler zu wählen. Dagegen lassen sich Bürger, die solche Appelle ablehnen – insbesondere Anhänger der Linken, der Sozialdemokraten (SPD) und der Grünen – weniger davon beeinflussen. Die Strategie festigt zwar die Kernklientel von CSU und Freien Wählern, schwächt aber nicht zwangsläufig die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD). Beide Parteien bedienen sich eines bayerischen Ethnozentrismus, der die Region als eigenständiges Volk mit eigenen Traditionen und Lebensweisen darstellt. Indem sie "unsere bayerische Heimat" gegen "Brüssel und Berlin" stellen, schaffen sie eine klare Trennlinie in ihrer politischen Kommunikation.

Die Ergebnisse bestätigen, dass regionaler Populismus für Bayerns dominierende Parteien nach wie vor ein wirksames Instrument bleibt. Zwar festigt er die Unterstützung für CSU und Freie Wähler, verringert aber nicht automatisch den Zuspruch für andere politische Kräfte. Die Studie liefert konkrete Belege dafür, wie identitätspolitische Rhetorik das Wahlverhalten in der Region prägt.