Weniger Bürgergeld-Empfänger in Sachsen-Anhalt – doch Widersprüche gegen Jobcenter-Entscheidungen steigen
Clara HartmannMehr Streitigkeiten und Klagen gegen Entscheidungen des Jobcenters - Weniger Bürgergeld-Empfänger in Sachsen-Anhalt – doch Widersprüche gegen Jobcenter-Entscheidungen steigen
Jobcenter in Sachsen-Anhalt bearbeiteten 2025 weniger Leistungsempfänger – doch Rechtsstreitigkeiten um Zahlungen nahmen zu
Im Jahr 2025 erhielten in Sachsen-Anhalt durchschnittlich 157.900 Menschen Unterstützung durch die Arbeitsagentur – ein Rückgang um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Trotz dieser sinkenden Zahlen stieg die Anzahl der Widersprüche gegen Entscheidungen zum Bürgergeld deutlich an.
Allein 2025 gingen bei den Jobcentern in Sachsen-Anhalt 17.900 Widersprüche von Leistungsbeziehenden ein, die gegen Bescheide zu ihren Ansprüchen vorgingen. Häufig betrafen die Fälle gestrichene Zahlungen oder Änderungen der Leistungshöhe. Die Mehrheit der Widersprüche wurde letztlich abgelehnt.
Der Anstieg der Rechtsstreitigkeiten ging mit einer Zunahme von Klagen einher, wenn auch in geringerem Tempo. Markus Behrens, Leiter der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, wies darauf hin, dass weniger Leistungsbeziehende nicht automatisch zu weniger Konflikten führten. Zehntausende Menschen in der Region waren weiterhin das ganze Jahr über auf die Hilfe der Jobcenter angewiesen.
Die Daten zeigen einen klaren Trend: Während 2025 weniger Menschen auf Leistungen angewiesen waren, stiegen die Auseinandersetzungen über die getroffenen Entscheidungen. Da die meisten Widersprüche abgewiesen wurden, stand das System unter wachsendem Druck durch die rechtlichen Herausforderungen. Trotz des Rückgangs der Gesamtzahl der Leistungsbeziehenden bleiben die Jobcenter mit hohen Fallzahlen belastet.






