17 February 2026, 02:03

Weihersberg-Projekt in Stein: CDU-Forderung spaltet Politik kurz vor der Wahl

Ein Schulgebäude mit einem Schild "Steuern Bauen Schulgebäude" umgeben von einem Zaun, Bäumen, Pflanzen, Gras, Steinen und einer Wand, unter einem bewölkten Himmel.

Weihersberg-Projekt in Stein: CDU-Forderung spaltet Politik kurz vor der Wahl

Politischer Streit um das Weihersberg-Projekt in Stein eskaliert – kurz vor Kommunalwahlen

Nur wenige Wochen vor den Kommunalwahlen ist ein politischer Streit um das Weihersberg-Projekt in Stein entbrannt. Das lang geplante Vorhaben, das Wohnraum, Gewerbeflächen, eine Schule und Sporteinrichtungen umfasst, steht nun vor Forderungen der CDU nach einer kompletten Neukonzeption. Kritiker warnen, dass eine Streichung oder Überarbeitung des 1-Million-Euro-Projekts erhebliche finanzielle Verluste und Planungsverzögerungen nach sich ziehen könnte.

Eine ungewöhnliche Allianz politischer Konkurrenten hat sich gebildet, um das Projekt zu verteidigen. Sie argumentieren, dass jahrelange überparteiliche Arbeit durch letzte-minute-Änderungen zunichtegemacht werden könnte.

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Das Weihersberg-Projekt war als zukunftsweisende Entwicklung für Stein konzipiert worden: mit neuem Wohnraum, Gewerbegebieten, einem modernen Schulcampus und Sporteinrichtungen. Der Stadtrat hatte den Plan nach Jahren der Beratungen in einem überparteilichen Lenkungsausschuss gebilligt. Bürgermeister Kurt Krömer (parteilos) betonte dessen Bedeutung für die dringend benötigten Kapazitäten in den Bereichen Wohnen und Wirtschaftswachstum.

Doch weniger als einen Monat vor der Wahl fordert die CDU nun eine grundlegende Überarbeitung. Ihre Bedenken konzentrieren sich auf zwei zentrale Punkte: die unterirdische Verlegung einer 110-kV-Stromleitung sowie die geplante Ansiedlung der neuen Schule und des Sportzentrums südlich des Hofäckerwegs. Statt der vorgesehenen 1-Million-Investition schlägt die Partei vor, bestehende Grundschulen zu erweitern und die Sportanlagen des STV Deutenbach am bisherigen Standort zu modernisieren. Dies würde eine weniger verdichtete Bebauung ermöglichen und mehr Fläche für Gewerbe freimachen, so die CDU.

Widerstand kommt aus unerwarteten Reihen. SPD-Fraktionschef Walter Nüssler warnte, dass ein Scheitern des aktuellen Plans der Stadt bis zu 50 Millionen Euro an entgangenen Einnahmen kosten könnte. FDP-Stadtrat Wolff Fülle fügte hinzu, dass eine offener gestaltete Bebauung – wie von der CDU vorgeschlagen – an Lärmschutzauflagen scheitern könnte, da benachbarte Gebiete stark frequentiert seien.

Bei einer seltenen gemeinsamen Pressekonferenz stellten sich politische Gegner geschlossen hinter das Projekt. Auch zwei Pädagogen, Gabriele Stanin und Andreas Selz, meldeten sich zu Wort: Sie bezeichneten die bestehenden Schulgebäude als veraltet und für modernen Unterricht ungeeignet. Der geplante Campus sei dringend notwendig, um die Bildungsqualität in der Region zu verbessern.

Die Debatte bringt das Weihersberg-Projekt an einen Scheideweg. Sollten die Forderungen der CDU durchgesetzt werden, müsste die Planung möglicherweise von Grund auf neu beginnen – mit Risiken für Verzögerungen und steigende Kosten. Angesichts der bevorstehenden Wahlen wird die endgültige Entscheidung nicht nur die Zukunft des Vorhabens prägen, sondern auch die Fähigkeit der Stadt, Wohnraum, Schulen und Gewerbeflächen wie geplant zu realisieren.