Warum die SAP-CTO-Position seit Jahren ein unbesetzter Risikoposten bleibt
Jonas HofmannWarum die SAP-CTO-Position seit Jahren ein unbesetzter Risikoposten bleibt
Die Position des Technologievorstands (CTO) bei SAP war schon immer mit hohen Risiken und überraschenden Abgängen verbunden. Im Laufe der Jahre sahen sich Schlüsselpersonen mit schweren Rückschlägen konfrontiert – von finanziellen Verlusten bis hin zu strategischen Konflikten. Die Stelle bleibt weiterhin unbesetzt, ein Nachfolger für den jüngsten Abgang steht noch nicht fest.
Die Probleme begannen mit Peter Zencke, dem ersten CTO, dessen Arbeit an Business ByDesign zu einem Verlust von einer Milliarde Euro führte. Hasso Plattner, SAP-Mitgründer, machte Zencke vollständig dafür verantwortlich und verzichtete bei dessen Abschied auf eine Verabschiedungsbotschaft. Trotz des holprigen Starts ist Business ByDesign bis heute im Einsatz.
Shai Agassi übernahm später die Rolle und führte SAP Business One ein, ein erfolgreiches ERP-System. Doch die Instabilität der Position blieb bestehen. Vishal Sikka, ein in Stanford ausgebildeter Mathematiker, wurde anschließend berufen, um die Hana-Datenbank zu entwickeln. Plattner bat ihn jedoch nach Meinungsverschiedenheiten über die Ausrichtung des Projekts um seinen Rücktritt.
Bernd Leukert folgte auf Sikka, erfüllte aber nicht die Erwartungen des damaligen Vorstandsvorsitzenden Bill McDermott. Heute ist er CTO bei der Deutschen Bank. Jürgen Müller, ein weiteres Ziehkind Plattners, hatte die Position nur kurz inne, wurde aber wegen Compliance-Verstößen aus dem Vorstand entfernt. SAP hat für Müller noch keinen Nachfolger benannt.
Historisch betrachtet war die CTO-Rolle bei SAP schlecht definiert und emotional belastet. Die Suche des Unternehmens nach Stabilität in dieser Position hält an.
Die CTO-Stelle bei SAP bleibt weiterhin unbesetzt, ein Zeitplan für eine Neubesetzung ist nicht in Sicht. Frühere Amtsinhaber verließen das Unternehmen unter schwierigen Umständen – von finanziellen Fehlschlägen bis zu strategischen Streitigkeiten. Der nächste Amtsinhaber wird sowohl technische Herausforderungen als auch interne Erwartungen bewältigen müssen.






