29 March 2026, 10:09

Warum deutsche Schüler monatelang auf Förderung warten müssen

Gruppe von Schülern marschiert in Berlin mit einer bunten "Students for Future"-Schlagzeile an Gebäuden, Bäumen und Himmel vorbei.

Warum deutsche Schüler monatelang auf Förderung warten müssen

Kinder und Jugendliche in Deutschland warten oft wochen- oder monatelang auf die schulische Förderung, die sie benötigen. Das Problem liegt in inkompatiblen IT-Systemen der Bundesländer. Nun drängt der Bundeselternrat auf eine bundesweite Schüleridentifikationsnummer, um diese Verzögerungen und Lücken bei der Datenweitergabe zu beenden.

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Wenn Familien innerhalb Deutschlands umziehen, bleiben die Schullaufbahnen ihrer Kinder häufig im behördlichen Niemandsland stecken. Bildungsdaten werden nicht systematisch ausgetauscht, sodass Familien nach einem Umzug erneut Anträge auf schulische Fördermaßnahmen stellen müssen. Anne-Karin Schaffrath, Vorsitzende des Ausschusses für weiterführende und Mittelschulen im Bundeselternrat, nannte die Situation inakzeptabel: "Kinder dürfen nicht auf Unterstützung verzichten müssen, nur weil die Systeme nicht miteinander kommunizieren."

Einige Regionen haben bereits effizientere Lösungen. Baden-Württemberg setzt auf ASV-BW, ein zentrales Schulverwaltungssystem, das Tools wie winprosa (für Schülerdaten) und Untis (für Stundenplanung) vernetzt. In Österreich regelt das Bildungsdokumentationsgesetz (BilDokG) seit 2003 die statistische Berichterstattung, gestützt durch das Zentrale Personenstandsregister (ZPR) seit 2014. Plattformen wie EduPage ermöglichen zudem digitales Klassenmanagement mit exportierbaren Daten für bundesweite Meldungen. Doch Deutschland fehlt ein einheitliches System – mit der Folge, dass bei einem Wechsel des Bundeslandes Lücken entstehen.

Der Bundeselternrat schlägt daher eine bundesweit gültige Schüler-ID vor. Diese würde es ermöglichen, Bildungsverläufe länderübergreifend lückenlos zu dokumentieren. Strenge Datenschutzbestimmungen sollen dabei die Privatsphäre wahren und gleichzeitig Unterbrechungen verhindern. Das Ziel ist klar: Schüler:innen sollen durchgehend Zugang zu ihren Unterlagen und den Leistungen haben, die ihnen zustehen.

Eine solche bundesweite Schülerkennnummer könnte die Wartezeiten beenden, die Kinder nach einem Umzug oft ohne notwendige Förderung zurücklassen. Gleichzeitig würde sie Bürokratie für Familien und Schulen abbauen. Bei Umsetzung mit robusten Datenschutzgarantien könnte sie endlich die Datenlücken schließen, die das zersplitterte deutsche Bildungssystem seit Langem belasten.

Quelle