Vom Kult-Golf zur E-Mobilität: Wolfsburgs radikaler Wandel und eine Betriebsratschefin in der Kritik
Jonas HofmannDie mächtigste Frau bei Volkswagen: Wer ist Daniela Cavallo? - Vom Kult-Golf zur E-Mobilität: Wolfsburgs radikaler Wandel und eine Betriebsratschefin in der Kritik
VWs Werk in Wolfsburg stellt sich um: Vom Kult-Golf zur E-Mobilität – und eine Betriebsratschefin im Kreuzfeuer
Das Volkswagen-Werk in Wolfsburg verlagert seinen Fokus vom legendären Golf hin zur Elektromobilität – und stellt damit die Zukunft des Modells infrage. Gleichzeitig kämpft Daniela Cavallo, die langjährige Vorsitzende des Betriebsrats, um ihre Wiederwahl. Für ihre Handhabung von Stellenabbau und Branchenumbruch erntet sie sowohl Lob als auch Kritik. Ihre Führung wurde durch Krisen, zähe Verhandlungen und den Druck zur Elektrifizierung auf die Probe gestellt.
Seit fünf Jahren steht Daniela Cavallo an der Spitze des Betriebsrats im Volkswagen-Werk Wolfsburg. In dieser Zeit führte sie die Belegschaft durch die Pandemie, sicherte Arbeitsplatzgarantien und musste sich der Herausforderung stellen, die Produktion auf Elektrofahrzeuge umzustellen. Die einst vom Golf dominierte Fabrik konzentriert sich nun auf elektrifizierte Varianten wie den Golf GTD, GTE und künftige E-Golf-Nachfolger – neben den Modellen ID.4 und ID.5.
Cavallos Führungsstil polarisiert. Christiane Benner, Chefin der IG Metall, würdigt ihren strategischen Weitblick beim Erhalt von Arbeitsplätzen, während Kritiker einwenden, dass jüngste Zugeständnisse in Verhandlungen zu einem Umstrukturierungsplan führten, der bis 2030 rund 35.000 Stellen in Deutschland kostet. Olaf Lies, der sozialdemokratische Ministerpräsident Niedersachsens, beschreibt sie als entschlossene Fürsprecherin der Belegschaft, getrieben von tiefem Fachwissen und Überzeugung.
Die in Wolfsburg geborene Cavallo wuchs als Kind eines Gastarbeiters auf – eine Prägung, die ihr Engagement für Arbeitnehmerrechte schärfte. In ihrem Büro hängen Boxhandschuhe – ein Symbol für ihren Kampfgeist in Tarifauseinandersetzungen. Abseits der Fabrik engagiert sie sich für den VFL Wolfsburg, dessen Aufsichtsrat sie angehört.
Doch die Herausforderungen bleiben: Die Zukunft des Golf steht auf dem Spiel, während die Produktion auf E-Autos umgestellt wird – manche fragen sich, ob Wolfsburg sein berühmtestes Modell verlieren könnte. Zudem rückt Cavallo das langsame Tempo bei der Gleichstellung von Frauen in Führungspositionen ins Bewusstsein: Sie selbst zählt zu den wenigen Frauen an der Spitze eines großen europäischen Betriebsrats.
Das Werk in Wolfsburg steckt mitten im Wandel – zwischen dem Erbe des Golf und der Zukunft der E-Mobilität. Cavallos Wiederwahlkampf wird zeigen, ob ihr Kurs aus Arbeitsplatzsicherung und Branchenanpassung weiter Maßstäbe setzt. Das Ergebnis wird nicht nur die Zukunft der Belegschaft prägen, sondern auch Volkswagens Weg in einem sich rasant verändernden Automarkt.






